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Helfen Content-Lizenzierungsdeals mit OpenAI/Google Verlagen wirklich, zitiert zu werden? Gemischte Ergebnisse

ME
MediaPublisher_James · VP Digital bei einem Nachrichtenverlag
· · 118 upvotes · 11 comments
MJ
MediaPublisher_James
VP Digital at News Publisher · January 8, 2026

Wir sind ein mittelgroßer Nachrichtenverlag (nicht einer der großen Player mit achtstelligen Lizenzierungsdeals). Beobachten dieses Feld sehr genau.

Was wir beobachten:

  • Große Verlage mit OpenAI/Google-Deals werden ständig zitiert
  • Unsere Zitationsraten sind trotz hochwertiger Inhalte im Grunde unverändert
  • Bei Perplexity scheint die Zitation nicht-lizenzierter Quellen etwas demokratischer

Die Deals, die wir verfolgen:

VerlagDeal-PartnerGeschätzter WertSichtbare Auswirkung
News CorpOpenAI$250M+ (5 Jahre)Deutlicher Zitationsschub
Financial TimesOpenAI$5-10M/JahrSignifikant
NYTAmazon$20-25M/JahrAlexa-Sichtbarkeit
VerschiedenePerplexityUmsatzbeteiligungGemischte Ergebnisse

Unser Dilemma:

  1. Wir können keine Deals wie die Großen aushandeln
  2. KI-Crawler zu blockieren fühlt sich wie Kapitulation an
  3. Crawler ohne Vergütung zuzulassen erscheint unfair
  4. Neue Lizenzierungs-Marktplätze (RSL, Microsoft) entstehen, sind aber unbewiesen

Fragen:

  • Profitieren kleinere Verlage tatsächlich von irgendwelchen Deals?
  • Funktioniert das Umsatzbeteiligungsmodell für irgendjemanden?
  • Sollten wir KI-Crawler blockieren oder auf Marktplatz-Lösungen hoffen?

Die wirtschaftlichen Bedingungen sind gegen mittelgroße Verlage gestapelt.

11 comments

11 Kommentare

MS
MediaAnalyst_Sarah Expert Media Industry Analyst · January 8, 2026

Sie erkennen ein echtes Zwei-Klassen-System, das sich herausbildet.

Die harte Realität:

Verlage MIT Lizenzierungsdeal:

  • Garantierte Zitation in KI-Antworten
  • Direkte Einnahmen aus Inhaltsnutzung
  • Inhalte sind in Echtzeit-Abruf integriert

Verlage OHNE Deal:

  • Zitation nach Ermessen der KI (oft niedrig)
  • Keine Vergütung für Trainingsdaten-Nutzung
  • Inhalte altern im KI-Training aus

Die Zahlen sind bedenklich:

  • 60 % der großen Nachrichten-Websites blockieren jetzt KI-Crawler
  • 93 % der KI-Suchen enden ohne Klick auf Quellen
  • Nur 7,2 % der Domains erscheinen sowohl in Google KI-Überblicken ALS AUCH in LLM-Ergebnissen

Die aufkommende Mitte:

Neue Lizenzierungs-Marktplätze könnten helfen:

  • RSL (Real Simple Licensing) – Kollektivverhandlungsrahmen
  • Microsoft Publisher Content Marketplace – Zwei-Seiten-Marktplatz
  • Cloudflare Pay Per Crawl – Mikrobezahlungen für Crawling

Aber das sind alles frühe und unbewiesene Modelle.

IM
IndiePublisher_Mike · January 8, 2026
Replying to MediaAnalyst_Sarah

Als Indie-Verlag interessieren mich die Marktplatzlösungen.

RSL wirkt besonders vielversprechend:

  • 50 % Umsatzbeteiligung, wenn Inhalte in KI-Antworten erscheinen
  • Maschinenlesbare Lizenzbedingungen
  • Kollektive Verhandlungsmacht

Aber in Wahrheit sind wir immer noch Versuchskaninchen. Diese Modelle sind noch ungetestet.

Wie sehen Sie das: Abwarten oder frühzeitig einsteigen?

BT
BigMediaExec_Tom Chief Revenue Officer at Major Publisher · January 8, 2026

Ich kann eine Perspektive aus einem lizenzierten Verlag teilen (kann nicht sagen, welcher).

Die lizenzierte Erfahrung:

Unser Deal hat die KI-Zitationen deutlich erhöht. Wir sehen:

  • 3-4x mehr Zitationen als vor dem Deal
  • Echtzeiteinbindung von Inhalten (Breaking News erscheinen schnell)
  • Bevorzugte Platzierung in KI-Antworten

Aber nicht alles ist rosig:

  • Traffic aus KI-Zitationen ist weiterhin minimal (Zero-Click-Problem)
  • Die Einnahmen sind nett, gleichen aber Traffic-Verlust nicht aus
  • Wir subventionieren KI im Grunde zum Discount-Preis

Ehrliches Fazit:

Lizenzierungsdeals helfen bei der Sichtbarkeit, lösen aber die grundlegenden wirtschaftlichen Probleme nicht. KI konsumiert Inhalte, synthetisiert Antworten, und Nutzer klicken nicht durch. Die $50M/Jahr-Deals helfen dem P&L, ersetzen aber nicht die Werbeeinnahmen echter Besuche.

LN
LegalExpert_Nina Expert Media Rights Attorney · January 7, 2026

Die rechtliche Landschaft verschiebt sich zugunsten der Verlage.

Neueste Entwicklungen:

  1. Anthropic Settlement (Sept 2025): $1,5 Mrd. Vergleich setzte $3.000 pro Werk als Basis für Urheberrechtsbewertung. Das verschafft Verlagen greifbare Verhandlungsmacht.

  2. Penske vs Google: Erster großer Verlag, der Google wegen KI-Überblicken verklagt. Prüft, ob KI-Synthese selbst Urheberrecht verletzt.

  3. Encyclopedia Britannica vs Perplexity: Prüft unrechtmäßiges Kopieren von Referenzmaterial.

Was das bedeutet:

KI-Unternehmen stehen durch unlizensierte Inhalte vor existenziellen Rechtsrisiken. Dieser Druck wird voraussichtlich zu mehr Deals und besseren Konditionen für Verlage führen.

Mein Rat:

Nicht übereilt Crawler blockieren ODER schlechte Deals akzeptieren. Der Markt bewegt sich zu Gunsten der Verlage. Auf bessere Konditionen warten, sofern Sie nicht dringend handeln müssen.

PD
PerplexityUser_Dave · January 7, 2026

Perplexity scheint sich von den anderen zu unterscheiden. Ihr Umsatzbeteiligungsmodell ist für kleinere Verlage zugänglicher.

So funktioniert Perplexity:

  • $42,5M für Umsatzbeteiligung vorgesehen
  • 80 % gehen direkt an Verlage
  • Zahlung ausgelöst, wenn Inhalte in Antworten erscheinen
  • Keine Vorabverhandlung nötig

Unsere Erfahrung (kleiner Verlag):

Wir haben uns vor 4 Monaten für das Perplexity-Programm angemeldet. Ergebnisse:

  • ~200 Zitationen pro Monat
  • ~$1.200/Monat Umsatzbeteiligung
  • Nicht lebensverändernd, aber immerhin etwas

Der Haken:

Perplexity hat geringeren Marktanteil als ChatGPT oder Google. Selbst gute Umsatzbeteiligung ist daher durch deren Reichweite limitiert.

Trotzdem wirkt Perplexitys Modell für kleine Verlage fairer als die Alles-oder-nichts-Deals mit OpenAI/Google.

TL
TechJournalist_Lisa Tech Reporter · January 7, 2026

Ich habe dieses Thema ausführlich recherchiert. Ein paar Hintergründe:

Der Aktualitäts-Bias ist real:

Untersuchungen zeigen, dass 65 % der KI-Zitationen aus Inhalten des letzten Jahres stammen. Das bedeutet:

  • Ihr Archiv hat für KI wenig Wert
  • Frische Inhalte sind wichtiger
  • Kontinuierliche Veröffentlichung ist nötig für Sichtbarkeit

Die Wikipedia-Ausnahme:

Wikipedia wird in 47,9 % der Top-Quellen von ChatGPT zitiert, weil es frei lizenziert ist (CC BY-SA 3.0). Die Lehre: Lizenzbedingungen sind für KI-Sichtbarkeit entscheidend.

Das Reddit-Beispiel:

Reddits $60M/Jahr-Deal mit Google zeigt den Wert von Community-Inhalten. Ihr WebText2-Datensatz erhält im GPT-Training das 5-fache Gewicht.

Fazit:

Wenn Sie keinen großen Deal aushandeln können, konzentrieren Sie sich auf:

  1. Frische, kontinuierliche Inhalte
  2. Community-/Diskussionsinhalte
  3. Einzigartige Original-Recherche
  4. RSL-/Marktplatzmodelle in Betracht ziehen
PC
PublisherStrategy_Chris · January 6, 2026

Wir sind ein Nischen-B2B-Verlag. Andere Überlegungen als im Nachrichtenbereich.

Unsere Herangehensweise:

  1. KEIN Blockieren von Crawlern – unsere Inhalte sind so spezialisiert, dass KI-Zitation für Autorität wertvoll ist
  2. Zitationen genau verfolgen – mit Am I Cited unseren KI-Fußabdruck messen
  3. Vergleichs-/Evergreen-Inhalte erstellen – diese funktionieren für KI-Zitation besser als News
  4. Community aufbauen – Foren und Diskussionen bringen Community-Zitationen

Ergebnisse:

Wir erhalten keine Lizenzgebühren, aber KI-Zitationen bringen signifikante Markenautorität. Als Expertenquelle in unserer Nische genannt zu werden, ist wertvoller als potenzielle Lizenzgebühren.

Für Nischenverlage gilt:

Die Rechnung ist anders. Autorität durch Zitationen kann wertvoller sein als Lizenzgebühren, besonders wenn die Monetarisierung über Services/Abos statt Werbung läuft.

MS
MediaAnalyst_Sarah Expert · January 6, 2026
Replying to PublisherStrategy_Chris

Das ist eine wichtige Nuance. Die Lizenzierungsfrage ist nicht für alle gleich.

Verlagstypen und Strategien:

VerlagstypPrioritätStrategie
MassenmedienUmsatzLizenzierungsdeals suchen
Nischen-B2BAutoritätCrawling zulassen, Zitationen verfolgen
Community-orientiertEngagementCommunity-Inhalte aufbauen
Lokale NachrichtenÜberlebenMarktplatzmodelle prüfen

Der Autoritätswert:

Für B2B-Verlage ist es wertvolles Marken-Positioning, von KI als „laut [Fachpublikation]“ zitiert zu werden – das kann Lizenzgebühren nicht ersetzen. Völlig andere Ökonomie.

BM
BlockingAdvocate_Maria · January 6, 2026

Ich stehe auf der anderen Seite dieser Debatte. Wir blockieren KI-Crawler komplett.

Unsere Begründung:

  1. KI-Zitation bringt keinen nennenswerten Traffic
  2. Unsere Inhalte trainieren Systeme, von denen wir nicht profitieren
  3. Die 93 % Zero-Click-Rate macht Zitationen wertlos
  4. Wir optimieren lieber für Menschen, die wirklich besuchen

Die Ergebnisse:

Ehrlich? Der Traffic hat sich kaum verändert. Der KI-Traffic, den wir „verloren“ haben, hat eh nicht konvertiert.

Wir konzentrieren uns jetzt auf:

  • E-Mail-Abonnenten (eigene Zielgruppe)
  • Direkt-Traffic-Aufbau
  • SEO für echte Google-Suche (nicht KI-Überblicke)

Der philosophische Punkt:

Vielleicht braucht nicht jede Content-Strategie KI-Sichtbarkeit. Wenn KI-Zitation keinen Wert bringt, warum dafür optimieren?

MJ
MediaPublisher_James OP VP Digital at News Publisher · January 6, 2026

Dieser Thread zeigt, dass es keine universelle Antwort gibt. Meine Erkenntnisse:

Für Massenmedien-Verlage:

  • Lizenzierungsdeals sind wichtig, lösen aber die wirtschaftlichen Probleme nicht
  • Die rechtliche Lage verschiebt sich zugunsten der Verlage
  • Auf bessere Konditionen warten, wenn möglich

Für Nischen/B2B-Verlage:

  • Autoritätswert kann Lizenzgebühren übersteigen
  • Community-Content ist überdurchschnittlich wertvoll
  • Zitationen verfolgen, um echte Wirkung zu verstehen

Für alle Verlage:

  • Marktplätze (RSL, Microsoft) sind neue Optionen
  • Perplexitys Umsatzbeteiligung ist zugänglicher
  • Das 93 %-Zero-Click-Problem betrifft alle

Unsere Entscheidung:

Wir blockieren Crawler vorerst NICHT. Wir:

  1. Treten dem RSL-Kollektiv bei, um bessere Konditionen zu beobachten
  2. Melden uns für Perplexity-Umsatzbeteiligung an
  3. Verfolgen Zitationen mit Am I Cited
  4. Bauen mehr Community-/Vergleichs-Content auf

Der Markt entwickelt sich. Besser im Spiel bleiben und beobachten, als zu blockieren und unsichtbar zu werden.

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Frequently Asked Questions

Wie beeinflussen Content-Lizenzierungsdeals die KI-Sichtbarkeit?
Content-Lizenzierungsdeals bestimmen direkt, welche Inhalte in KI-Suchergebnissen erscheinen. Verlage mit formellen Lizenzvereinbarungen erhalten garantierte Sichtbarkeit und Zitation, während unlizensierte Inhalte weniger sichtbar sind. Zu den wichtigsten Deals zählen OpenAIs Vereinbarung über $250M+ mit News Corp und Perplexitys Umsatzbeteiligung in Höhe von $42,5M.
Welche Verlage haben KI-Lizenzierungsdeals?
Wichtige Deals umfassen: OpenAI mit News Corp ($250M+), Financial Times, AP, Time, Guardian, Vox Media; Google mit ~20 nationalen Medien sowie AP-Echtzeit-Feed; Perplexity mit Time, Fortune, CNN, Washington Post; Amazon mit NYT ($20-25M jährlich), Conde Nast und Hearst.
Was passiert mit Verlagen ohne Lizenzierungsdeals?
Verlage ohne Lizenzierungsdeals haben eine geringere Sichtbarkeit in KI-Antworten. Untersuchungen zeigen, dass 60 % der großen Nachrichten-Websites inzwischen KI-Crawler blockieren und 93 % der KI-Suchen ohne Klick auf Quellen enden. Unlizenzierte Inhalte können von der Echtzeitabfrage ausgeschlossen werden und erhalten nur minimales Gewicht beim Training.

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