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Gen Z vertraut anscheinend ChatGPT mehr als Google – ist das echt? Wie sollten wir uns anpassen?

BR
BrandManager_Emily · Brand Marketing Managerin
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BE
BrandManager_Emily
Brand Marketing Managerin · 9. Januar 2026

Habe gerade Daten gesehen, dass 76 % der Gen Z KI-Antworten mehr vertrauen als Google-Suchergebnissen. Erst dachte ich, das sei Clickbait, aber es wird durch echte Forschung gestützt.

Womit ich mich beschäftige:

Unsere gesamte Marketingstrategie basiert auf Google – SEO, SEM, Content-Marketing, alles darauf ausgerichtet. Wenn Gen Z zur Entdeckung auf KI und soziale Plattformen umschwenkt, ist unser Playbook für diese Zielgruppe vielleicht obsolet.

Weitere Statistiken, die ich gefunden habe:

  • 53 % der Gen Z gehen zuerst zu TikTok, Reddit oder YouTube, bevor sie Google nutzen
  • Über 80 % bevorzugen ChatGPT für Recherchen
  • 33 % nutzen KI zur Produktrecherche (vs. 37 % traditionelle Suche)
  • 84 % nutzen Reddit als Suchmaschine

Meine Fragen:

  1. Ist das wirklich so bedeutsam, wie die Daten nahelegen?
  2. Wie passen wir die Marketingstrategie für eine Zielgruppe an, die anders sucht?
  3. Überreagieren wir, oder ist das wirklich ein Paradigmenwechsel?

Bin besonders gespannt auf Stimmen von Leuten, die an jüngere Zielgruppen vermarkten.

12 comments

12 Kommentare

YJ
YouthMarketing_Jake Expert Gen Z Marketing Spezialist · 9. Januar 2026

Das ist echt und vermutlich noch untertrieben. Ich arbeite ausschließlich im Jugendmarketing, und das sehe ich täglich:

Wie Gen Z tatsächlich sucht:

Es ist nicht eine Plattform – es ist ein Ökosystem:

  • ChatGPT/Perplexity – „Was soll ich kaufen?“ / „Erkläre mir X“
  • TikTok – „Zeig mir, wie“ / „Was ist im Trend?“
  • Reddit – „Was denken echte Leute?“ / „Ist das wirklich gut?“
  • Google – Konkrete Nachschlagen, lokale Suche, Wegbeschreibungen

Sie wechseln den Kontext je nach benötigtem Informationstyp.

Warum das wichtig ist:

Wer nur für Google optimiert, optimiert nur für einen Teil ihrer Journey – und oft nicht für die Entdeckung.

Was funktioniert:

  1. Sichtbarkeit bei KI (in ChatGPT/Perplexity-Antworten zitiert werden)
  2. TikTok-Präsenz (nicht nur Werbung – echte Inhalte)
  3. Reddit-Authentizität (echte Community-Beteiligung)
  4. Instagram für visuelle Markenidentität

Single-Channel-Strategien sind für diese Zielgruppe tot.

CS
CollegeMktg_Sarah Leitung Hochschulmarketing · 9. Januar 2026

Perspektive Hochschulmarketing. Wir sprechen konstant 16–22-Jährige an.

Was wir beobachten:

Wenn Studieninteressierte Hochschulen recherchieren, ist ihre Reise:

  1. ChatGPT nach ersten Empfehlungen/Vergleichen fragen
  2. TikTok-Campusführungen und „Day in the life“-Inhalte ansehen
  3. Reddit auf „ehrliche“ Meinungen prüfen (r/ApplyingToCollege ist riesig)
  4. Vielleicht besuchen sie danach direkt unsere Website

Google-Suche findet statt, aber oft ERST NACHDEM sie sich durch KI und Social bereits Meinungen gebildet haben.

Die Konsequenz:

Wir erstellen jetzt gezielt Inhalte für KI-Zitate (umfassende FAQs, datenreiche Vergleichsseiten) UND für TikTok (von Studierenden erstellte Inhalte) UND für Reddit (authentische Beteiligung durch Alumni).

Unser Google-SEO-Budget bleibt stabil, aber wir investieren deutlich mehr in diese anderen Kanäle.

DM
DataAnalyst_Mike · 9. Januar 2026
Replying to CollegeMktg_Sarah

Der Punkt „Recherche erst nach Meinungsbildung“ ist entscheidend.

Klassischer Marketing-Funnel: Aufmerksamkeit → Interesse → Bewertung → Entscheidung

Gen Z-Funnel: KI/Social bildet Meinung → Recherche bestätigt → Entscheidung

Die Google-Suche findet oft erst in der Bestätigungsphase statt, nicht bei der Entdeckung. Wer in KI und Social nicht präsent ist, verpasst die Meinungsbildungsphase komplett.

CR
CPGMarketer_Rachel Consumer Goods Marketing · 8. Januar 2026

CPG-Brand-Marketing hier. Der Wandel ist in unserer Branche sehr spürbar.

Wie Gen Z Produkte entdeckt:

  1. Auf TikTok sehen (Influencer oder organisch)
  2. ChatGPT fragen „Ist [Produkt] es wert?“
  3. Reddit durchsuchen nach „[Produkt] review reddit“
  4. Instagram auf Lifestyle-Passung prüfen
  5. Vielleicht Google nutzen, um zu sehen, wo es das gibt

Unsere Anpassung:

  • TikTok-Creator-Partnerschaften (nicht nur Werbung)
  • KI-Sichtbarkeits-Überwachung mit Am I Cited
  • Reddit-Präsenz durch echte Beteiligung
  • Instagram-Ästhetik-Optimierung

Das Schwierigste:

Man kann es nicht faken. Gen Z hat einen sehr feinen BS-Detektor. Unauthentische Markenbeteiligung wird sofort entlarvt.

Authentizität ist die Strategie. Alles andere sind Taktiken.

TA
TechStartup_Alex · 8. Januar 2026

Tech-Startup-Perspektive. Unser Produkt richtet sich an 18–30-Jährige.

Was wir gelernt haben:

Klassisches SEM und SEO sind für Conversions immer noch wichtig. Wer weiß, was er will, googelt noch immer.

ABER für Entdeckung und Überlegung gilt: alles KI und Social.

Die Aufteilung:

  • Entdeckung: KI + Social (darauf fokussieren wir jetzt)
  • Bewertung: Gemischt (KI, Reddit, unsere Website)
  • Conversion: Häufig noch Google (Brand-Suche) oder direkt

Shift bei der Ressourcenverteilung:

  • 2023: 80 % Google, 20 % andere
  • 2025: 50 % Google, 50 % KI + Social

Wir haben Google nicht aufgegeben. Wir haben nur neue Kanäle für Awareness und Consideration ergänzt.

RJ
RetailBrand_Jessica · 8. Januar 2026

Retail-Brand mit Gen Z Fokus. Einige praktische Beobachtungen:

Was „TikTok-Suche“ wirklich bedeutet:

Es geht nicht nur um die Suchleiste. Es ist das gesamte algorithmische Entdeckungserlebnis. Gen Z „sucht“, indem sie auf ihrer For You-Page scrollt und dabei Inhalte zu interessanten Themen findet.

Bedeutung:

„Such-Optimierung“ bei TikTok heißt, Inhalte zu erstellen, die der Algorithmus passenden Nutzer:innen ausspielt – nicht nur Keyword-Targeting.

Was funktioniert:

  • Bildungs-/unterhaltsame Inhalte zu unseren Produkten
  • Authentizität hinter den Kulissen
  • Verstärkung von nutzergenerierten Inhalten
  • Teilhabe an Trends (mit Bedacht)

Was nicht funktioniert:

  • Zu unternehmenslastige Inhalte
  • Hard Selling
  • Unauthentisches Trend-Jacking
  • Kommentare und Community ignorieren
BT
B2BMarketer_Tom · 8. Januar 2026

Gegenposition: B2B-Marketing-Perspektive.

Auch Gen Z-Profis nutzen für berufliche Zwecke weiterhin traditionelle Suche. Beim Kauf von B2B-Software oder beruflichen Entscheidungen ist das Verhalten anders als beim Konsum.

Was ich beobachte:

  • Private Käufe: KI + Social dominant
  • Berufliche Entscheidungen: Immer noch stark Google + LinkedIn

Die Nuance:

Nicht überkorrigieren, wenn man B2B ist. Ja, anpassen. Aber Gen Z im Job verhält sich anders als privat.

Allerdings wächst ChatGPT für B2B-Recherche. „Was ist das beste CRM für Startups“ wird definitiv bei KI gesucht. KI-Sichtbarkeit ist also auch für B2B wichtig.

SD
SocialMediaPro_Dana Expert · 7. Januar 2026

Social-Media-Strategin. Hier die plattformspezifischen Verhaltensweisen:

TikTok (visuelle Antworten):

  • „Wie style ich X“
  • „Was packe ich für Y ein“
  • „Day in the life of Z“

Reddit (authentische Validierung):

  • „[Produkt] es wert?“
  • „[Unternehmen] Erfahrungen von Mitarbeitenden“
  • „Beste [Kategorie] für [Anwendungsfall]“

ChatGPT (synthesierte Empfehlungen):

  • „Vergleiche X vs Y vs Z“
  • „Worauf sollte ich beim Kauf von X achten?“
  • „Erkläre [Thema] einfach“

Instagram (Identität/Lifestyle-Passung):

  • „Passt das zu meinem Stil?“
  • „Was nutzen Leute wie ich?“

Jede Plattform bedient andere Bedürfnisse. Marken, die das verstehen, erstellen plattformspezifische Inhalte statt überall das Gleiche zu reposten.

BE
BrandManager_Emily OP · 7. Januar 2026

Dieser Thread ist enorm erhellend. Hier meine Zusammenfassung:

Wichtige Erkenntnisse:

  1. Es ist kein Entweder-oder – Gen Z nutzt mehrere Plattformen für unterschiedliche Zwecke
  2. Die Entdeckung hat sich verschoben – KI und Social dominieren Awareness/Consideration
  3. Google ist weiterhin relevant – besonders für Conversion und Lokal
  4. Authentizität ist unverhandelbar – Gen Z erkennt und lehnt Unechtes sofort ab
  5. B2B ist anders – berufliches Verhalten unterscheidet sich vom privaten

Unsere aktualisierte Strategie:

  1. KI-Sichtbarkeit – Für ChatGPT/Perplexity-Zitate optimieren (Tracking mit Am I Cited)
  2. TikTok-Präsenz – Echte Inhalte, nicht nur Werbung
  3. Reddit-Authentizität – Echte Teilnahme, kein Astroturfing
  4. Instagram-Ästhetik – Visuelle Markenidentität erhalten
  5. Google SEO – Weiterhin wichtig, aber jetzt ein Kanal unter vielen

Meta-Insight:

Wir müssen im gesamten Discovery-Ökosystem präsent sein, nicht nur am Conversion-Point. Gen Z bildet sich ihre Meinung, bevor sie Google erreichen.

Danke an alle für den Realitätscheck.

FK
FutureTrends_Kevin · 7. Januar 2026

Ausblick: Das ist nicht nur ein Gen Z Thema.

Millennials übernehmen bereits ähnliche Muster. Gen Alpha (heutige Kinder) wird noch stärker KI-/Social-nativ sein.

Die Entwicklung:

Was Gen Z heute macht, machen in 5–10 Jahren alle.

Historisches Beispiel:

  • Gen Z hat Social Media zuerst genutzt → heute Standard
  • Gen Z war Mobile-First → heute erwartet jede:r Mobile-Optimierung
  • Gen Z setzt auf KI-First-Suche → das wird auch Standard werden

Wir passen uns nicht einer Nische an. Wir passen uns der Zukunft des Suchverhaltens an.

YJ
YouthMarketing_Jake Expert · 6. Januar 2026
Replying to FutureTrends_Kevin

Absolut richtig. Wer das als „Jugendsegment“-Thema sieht, verpasst das große Ganze.

Gen Z ist der Frühindikator. Ihr Verhalten heute sagt das Mainstream-Verhalten von morgen voraus.

Wer wartet, bis alle so suchen, läuft Marken hinterher, die schon Jahre früher optimiert haben.

Frühzeitige KI-Sichtbarkeit schafft Vorteile, die sich mit der Zeit verstärken. Das Zeitfenster zum Vorpreschen ist jetzt.

ML
MarketingOps_Lisa · 6. Januar 2026

Praktische Umsetzungsfrage: Wie besetzt man das personell?

Wir können unser Marketingteam nicht plötzlich verdoppeln, um all diese neuen Kanäle zu bedienen.

Was ist die Prioritätenreihenfolge, wenn Ressourcen begrenzt sind?

YJ
YouthMarketing_Jake Expert · 6. Januar 2026
Replying to MarketingOps_Lisa

Prioritätenreihenfolge bei begrenzten Ressourcen:

1. KI-Sichtbarkeit (höchster Hebel, wenig laufender Aufwand)

  • Bestehende Inhalte für KI-Zitate optimieren
  • Anfangsaufwand, der sich langfristig auszahlt
  • Mit Am I Cited ohne manuellen Aufwand verfolgen

2. Reddit (authentische Präsenz)

  • Mitarbeitende finden, die Reddit bereits nutzen
  • Echte Teilnahme fördern
  • Geringe Kosten, hohe Glaubwürdigkeit

3. TikTok (laufend Inhalte nötig)

  • Mit Mitarbeitenden-generierten Inhalten starten
  • Mit Creator-Partnerschaften skalieren
  • Höherer Daueraufwand, aber große Reichweite

4. Instagram (falls schon aktiv)

  • Meistens bereits vorhanden
  • Bestehenden Auftritt optimieren
  • Nicht von Null starten, wenn bisher nicht genutzt

Zuerst KI + Reddit (geringer Aufwand, hoher Impact), dann TikTok ergänzen, wenn Ressourcen reichen. So holt man mit kleinem Team das meiste raus.

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Frequently Asked Questions

Vertrauen Gen Z Nutzer:innen KI wirklich mehr als Google?
Ja, Daten zeigen, dass 76 % der Nutzer:innen unter 29 KI-Antworten mehr vertrauen als traditionellen Google-Ergebnissen. Gen Z sieht ChatGPT und ähnliche Tools als vertrauenswürdige Berater:innen, die Informationen synthetisieren, anstatt selbst mehrere Suchergebnisse bewerten zu müssen.
Welche Plattformen nutzt Gen Z für Suche und Entdeckung?
Gen Z nutzt einen fragmentierten Mix an Plattformen: ChatGPT für Recherche und Empfehlungen (über 80 % Nutzung), TikTok für visuelle Antworten und Tutorials (74 % nutzen Suche), Reddit für authentische Meinungen (84 % nutzen es als Suchmaschine) und Instagram zur Entdeckung von Lifestyle/Produkten. Google wird genutzt, ist aber zunehmend nur eine Option unter vielen.
Wie sollten Marken sich an das Suchverhalten von Gen Z anpassen?
Marken benötigen Präsenz auf mehreren Entdeckungsplattformen: Optimierung für KI-Zitate, TikTok-taugliche Inhalte erstellen, authentisch an Reddit-Communities teilnehmen und Instagram-Auffindbarkeit erhalten. Single-Channel-Strategien, die sich nur auf Google-SEO konzentrieren, reichen zunehmend nicht mehr aus.
Ist das ein vorübergehender Trend oder eine dauerhafte Verhaltensänderung?
Die Hinweise sprechen für eine dauerhafte Veränderung. Gen Z ist mit algorithmischen Feeds und Sofort-Antworten aufgewachsen – sie haben sich nie nur auf Keyword-Suche verlassen. Mit der Reife von KI-Tools wird die konversationelle Suche wohl zum dominanten Paradigma – nicht nur für Gen Z, sondern langfristig für alle Altersgruppen.

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Überwachen Sie, wie Ihre Marke in ChatGPT, TikTok-Erwähnungen, Reddit-Diskussionen und anderen Plattformen erscheint, auf denen Gen Z Marken entdeckt. Verstehen Sie Ihre Sichtbarkeit entlang ihrer Suchreise.

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