Multi-Touch Attribution

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Multi-Touch Attribution ist eine datengesteuerte Marketingmethodik, die mehreren Kundentouchpoints während der gesamten Conversion Journey eine Wertzuweisung gibt, anstatt nur einer einzigen Interaktion die Anerkennung zuzuweisen. Dieser Ansatz ermöglicht es Marketern, zu verstehen, wie jeder Marketingkanal und jede Interaktion zu Conversions und Umsatz beiträgt.

Definition von Multi-Touch Attribution

Multi-Touch Attribution ist eine datengesteuerte Marketingmethodik, die mehreren Kundentouchpoints während der gesamten Conversion Journey eine Wertzuweisung gibt, anstatt nur einer einzigen Interaktion wie dem First- oder Last-Click die Anerkennung zuzuweisen. Dieser Ansatz erkennt an, dass moderne Customer Journeys komplex sind und zahlreiche Interaktionen über verschiedene Kanäle hinweg einschließen – darunter Social Media, E-Mail, bezahlte Suche, organische Suche, Display-Anzeigen und direkte Besuche – bevor eine Conversion erfolgt. Im Gegensatz zu Single-Touch-Attributionsmodellen, die den Kundenpfad zum Kauf zu stark vereinfachen, verteilt die Multi-Touch Attribution die Conversion-Anerkennung proportional auf alle relevanten Touchpoints basierend auf ihrem relativen Beitrag zum Endergebnis. Durch das Verständnis, wie jede Interaktion die Entscheidung des Kunden zur Conversion beeinflusst, können Marketer fundiertere Budgetentscheidungen treffen, die Kampagnenleistung optimieren und den Return on Investment (ROI) über das gesamte Marketing-Ökosystem hinweg genau messen.

Die Entwicklung und Bedeutung der Multi-Touch Attribution

Das Konzept der Multi-Touch Attribution entstand aus der Erkenntnis, dass traditionelle Attributionsmodelle das Kundenverhalten durch ihre Vereinfachung grundlegend verfälschten. Jahrzehntelang verließen sich Marketer auf die Last-Click Attribution, bei der nur der letzte Touchpoint vor der Conversion Anerkennung erhielt, oder auf die First-Touch Attribution, bei der nur die erste Interaktion gewertet wurde. Diese Single-Touch-Modelle spiegelten jedoch nicht das tatsächliche Verhalten moderner Konsumenten wider. Laut Forschung von MMA Global nutzten über 52 % der Marketer im Jahr 2024 Multi-Touch Attribution, wobei 57 % der Befragten angaben, dass dies ein entscheidender Bestandteil ihrer Messlösungen ist. Diese breite Akzeptanz spiegelt einen grundlegenden Wandel im Marketingverständnis der Customer Journey wider. Auch der Markt für Multi-Touch Attribution unterstreicht diese Bedeutung: Er wurde 2025 mit 2,43 Milliarden USD bewertet und soll bis 2030 auf 4,61 Milliarden USD bei einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 13,66 % anwachsen. Dieses starke Wachstum verdeutlicht die zentrale Rolle, die Multi-Touch Attribution heute in der Marketingstrategie und Budgetoptimierung spielt.

Zentrale Attributionsmodelle und ihre Anwendung

Multi-Touch Attribution arbeitet mit mehreren standardisierten Modellen, die Touchpoints je nach Unternehmenszielen und Charakteristik der Customer Journey unterschiedlich gewichten. Das lineare Attributionsmodell weist jedem Touchpoint in der Customer Journey den gleichen Wert zu und bietet einen einfachen Einstieg in die Multi-Touch-Methodik, liefert jedoch nur begrenzte Einblicke, welche Interaktionen am einflussreichsten sind. Das U-förmige Attributionsmodell konzentriert die Anerkennung auf den ersten und letzten Touchpoint – typischerweise werden je 25 % zugewiesen – während die restlichen 50 % auf die mittleren Interaktionen verteilt werden. Dies eignet sich ideal für Unternehmen mit Fokus auf Leadgenerierung und Conversion-Optimierung. Das W-förmige Attributionsmodell erweitert diesen Ansatz, indem es drei Schlüsselmomente hervorhebt: Erstanbahnung, Leadgenerierung und finale Conversion – jeweils mit ca. 25 % Anerkennung, während die verbleibenden 25 % auf andere Touchpoints verteilt werden. Dieses Modell ist besonders geeignet für komplexe, kanalübergreifende Kampagnen mit langen Entscheidungszyklen. Das Time-Decay-Attributionsmodell, empfohlen vom Analytics-Experten Avinash Kaushik, weist den Touchpoints, die der Conversion am nächsten liegen, den größten Wert zu und reduziert den Anteil für frühere Interaktionen sukzessive, nach dem Prinzip, dass frühere Touchpoints bei ausreichend Effektivität direkt zur Conversion geführt hätten. Über diese Standardmodelle hinaus erlauben individuelle Multi-Touch-Modelle fortgeschrittenen Marketern, die Wertverteilung auf Basis ihrer spezifischen Unternehmensdynamik, historischer Performance-Daten und strategischer Prioritäten maßzuschneidern.

Vergleichstabelle: Attributionsmodelle und ihre Eigenschaften

AttributionsmodellWertverteilungBester AnwendungsfallHauptvorteilHauptnachteil
Lineare AttributionGleichmäßig auf alle TouchpointsEinfache, kurze Customer JourneysEinfach zu verstehen und umzusetzenIdentifiziert keine wertvollen Touchpoints
U-förmige Attribution25 % erster, 25 % letzter, 50 % MitteLeadgenerierung und Conversion-FokusBetont oberen und unteren FunnelVernachlässigt Mid-Funnel-Nurturing
W-förmige Attribution25 % erster, 25 % Mitte, 25 % letzter, 25 % verteiltKomplexe Multi-Channel-KampagnenAusgewogenes Bild der gesamten JourneyKomplexer in der Umsetzung
Time Decay AttributionMehr Wert Richtung ConversionOptimierung des unteren FunnelsErkennt Conversion-Nähe anUnterschätzt Awareness-Phase
Individuelle AttributionGeschäftsindividuelle GewichtungReife MarketingorganisationenAuf spezifische Geschäftsanforderungen zugeschnittenErfordert umfangreiche Datenanalyse
Last-Click Attribution100 % auf letzten TouchpointPlattform-spezifisches ReportingEinfach nachzuvollziehenIgnoriert die gesamte Customer Journey
First-Touch Attribution100 % auf ersten TouchpointTop-Funnel-Awareness-KampagnenZeigt Wert des AkquisekanalsIgnoriert Conversion-Treiber

Technische Umsetzung und Datenerfassung

Die Implementierung von Multi-Touch Attribution setzt eine ausgefeilte Dateninfrastruktur voraus, die Kundeninteraktionen über alle Marketingkanäle und Geräte hinweg erfassen und integrieren kann. Die Grundlage effektiver Multi-Touch Attribution bilden drei primäre Datensammlungs-Methoden: JavaScript-Tracking auf Webseiten, um Nutzerverhalten über Seitenaufrufe, Events und User-Identifikation zu verfolgen; UTM-Parameter (Urchin Tracking Modules), die URLs hinzugefügt werden, um Kampagnenquellen, Medien und Inhalte zu identifizieren; und API-Integrationen mit Werbeplattformen, CRM-Systemen und Marketing-Automatisierungstools zur Erfassung proprietärer Kundendaten. Eine zentrale Herausforderung bei der Umsetzung von Multi-Touch Attribution ist die Integration von Offline-Touchpoints, insbesondere Telefonanrufen, die oft die hochwertigsten Conversions darstellen. Untersuchungen zeigen, dass Kunden bei wichtigen Kaufentscheidungen wie Versicherungen, Gesundheitsdienstleistungen oder Automobil häufig telefonisch konvertieren – diese Conversions werden in Attributionsmodellen, die sich ausschließlich auf digitale Touchpoints konzentrieren, jedoch oft übersehen. Moderne Call-Tracking- und Analyseplattformen digitalisieren nun Telefondaten und integrieren diese mit Online-Conversions, was Marketern eine vollständige Abbildung der Customer Journey ermöglicht. Zudem stellt Cross-Device-Tracking eine große technische Herausforderung dar, da 90 % der Multi-Device-Nutzer zwischen verschiedenen Geräten wechseln, was eine fortschrittliche Identitätsauflösung und Datenkonsolidierung erfordert, um Conversions geräteübergreifend korrekt zuzuordnen.

Strategische Vorteile und Geschäftsauswirkungen der Multi-Touch Attribution

Der Einsatz von Multi-Touch Attribution bringt erhebliche strategische Vorteile, die weit über reine Berichterstattung hinausgehen. Durch das genaue Verständnis, wie jeder Touchpoint zu Conversions beiträgt, können Marketingteams datengesteuerte Budgetentscheidungen treffen, den ROI maximieren und Streuverluste auf ineffektiven Kanälen verringern. Unternehmen mit Multi-Touch Attribution erhalten Transparenz darüber, welche Kanäle hochwertige Leads bringen und welche nur Traffic generieren, sodass Ressourcen gezielt auf die produktivsten Aktivitäten verschoben werden können. Dies ist besonders im komplexen B2B-Umfeld wertvoll, wo mehrere Entscheidungsträger an langen Kaufzyklen beteiligt sind. Multi-Touch Attribution ermöglicht auch die Optimierung von Kampagnen-Timing und -Sequenzierung, indem sie aufzeigt, welche Touchpoint-Kombinationen Kunden am effektivsten durch den Funnel führen. So kann ein Marketer beispielsweise erkennen, dass Kunden, die eine Display-Anzeige, gefolgt von einer E-Mail und anschließendem Retargeting sehen, deutlich häufiger konvertieren als solche mit weniger Touchpoints – und daraufhin künftige Kampagnen daran ausrichten. Darüber hinaus bildet Multi-Touch Attribution die Grundlage für Closed-Loop Attribution, bei der Marketingmaßnahmen direkt mit Umsatzergebnissen verknüpft werden, sodass Marketingteams ihren Beitrag zum Geschäftswachstum belegen und Investitionen gegenüber Geschäftsleitung und Finanzabteilung rechtfertigen können.

Herausforderungen und Einschränkungen der Multi-Touch Attribution

Trotz ihrer erheblichen Vorteile steht die Multi-Touch Attribution vor bedeutenden Umsetzungs- und Betriebsherausforderungen, die ihre Wirksamkeit einschränken können. Datenqualität und -vollständigkeit sind die entscheidendsten Herausforderungen, da Lücken in der Datenerfassung über Kanäle, Geräte und Offline-Touchpoints hinweg die Sichtbarkeit der Customer Journey beeinträchtigen. Datenschutzvorschriften wie DSGVO, CCPA und ähnliche Regelwerke beschränken zunehmend die Sammlung und Nutzung personenbezogener Daten, was es erschwert, einzelne Kunden geräteübergreifend zu verfolgen. Cross-Device-Tracking bleibt technisch komplex, da Nutzer häufig zwischen Smartphone, Tablet, Laptop und anderen Geräten wechseln und daher eine fortgeschrittene Identitätsauflösung nötig ist, um Interaktionen korrekt zu verbinden. Komplexität der Datenintegration entsteht durch die Notwendigkeit, Informationen aus Dutzenden unterschiedlicher Marketingplattformen mit verschiedenen Formaten, Update-Frequenzen und API-Fähigkeiten zu konsolidieren. Zudem besteht Unsicherheit im Attributionsmodell, da kein Modell den wahren Beitrag jedes Touchpoints exakt abbildet – verschiedene Modelle können für dieselbe Customer Journey unterschiedliche Wertverteilungen liefern und dadurch zu widersprüchlichen Optimierungsempfehlungen führen. Der Zeit- und Ressourcenaufwand für Implementierung und Betrieb von Multi-Touch Attribution ist beträchtlich und erfordert erfahrene Dateningenieure, Analysten und Marketingtechnologen. Schließlich kann es bei maschinellen Lernmodellen zu Verzerrungen kommen, wenn diese auf historischen Daten basieren, die vergangene Marktbedingungen widerspiegeln, und dadurch nicht optimal auf aktuelle Marktveränderungen reagieren.

Multi-Touch Attribution im Kontext von KI und Markenmonitoring

Im aufkommenden Umfeld von KI-generierten Inhalten und Antworten gewinnt Multi-Touch Attribution für Markenmonitoring und Sichtbarkeitstracking neue Bedeutung. Plattformen wie ChatGPT, Perplexity, Google AI Overviews und Claude beeinflussen zunehmend die Markenwahrnehmung und das Erwägungsverhalten von Kunden, werden jedoch von traditionellen Attributionsmodellen oft nicht erfasst. Multi-Touch Attribution ermöglicht es Marken, zu verstehen, wie Erwähnungen und Empfehlungen in KI-generierten Antworten zur Bekanntheit, Überlegung und letztlich zur Conversion beitragen. Wenn ein Kunde eine Markennennung in einer KI-Antwort sieht, stellt dies einen wichtigen Touchpoint dar, der ins Attributionsmodell integriert werden sollte. Marken, die KI-Monitoring-Plattformen wie AmICited nutzen, können erfassen, wann und wie ihre Marke in KI-Antworten erscheint und diese Nennungen mit nachgelagertem Kundenverhalten und Conversions korrelieren. Die Integration von KI-Touchpoints in Multi-Touch-Attributionsmodelle liefert ein vollständigeres Verständnis der heutigen Customer Journey, die immer häufiger KI-Interaktionen beinhaltet. Da KI-Systeme bei der Kundenrecherche und Entscheidungsfindung weiter an Bedeutung gewinnen, wird die Fähigkeit, Conversions auf KI-vermittelte Touchpoints zurückzuführen, für Marketingeffizienz und Budgetoptimierung immer wichtiger.

Zentrale Implementierungsschritte und Best Practices

Die erfolgreiche Einführung von Multi-Touch Attribution erfordert einen strukturierten, schrittweisen Ansatz, der mit einer klaren Ausrichtung auf die Unternehmensziele beginnt. Der erste wichtige Schritt ist die Auswahl des passenden Attributionsmodells entsprechend der spezifischen Customer Journey, der Unternehmensziele und der Marketingkomplexität. Unternehmen sollten zunächst mit Standardmodellen starten, anstatt sofort maßgeschneiderte Modelle zu entwickeln, um Erfahrungen und Leistungsdaten zu sammeln. Der zweite Schritt ist die umfassende Datenerfassung über alle Marketingkanäle hinweg, sodass Online- und Offline-Touchpoints gleichermaßen berücksichtigt werden. Dazu gehören die Implementierung konsistenter UTM-Parameter-Konventionen, der flächendeckende Einsatz von JavaScript-Tracking auf allen Webpräsenzen und die Einrichtung von API-Anbindungen an alle relevanten Marketingplattformen. Der dritte Schritt umfasst das Mapping der vollständigen Customer Journey durch Visualisierung aller Touchpoints vom Erstkontakt bis zur Conversion und Identifikation möglicher Datenerfassungslücken. Im vierten Schritt werden die Attributions-Insights mit den Unternehmenszielen abgestimmt, sodass die gewonnenen Erkenntnisse direkt die strategische Zielerreichung und KPIs unterstützen. Schritt fünf ist der Aufbau einer Cross-Channel-Tracking-Infrastruktur mittels eindeutiger Identifikatoren, Cookies und Tracking-Pixel, um Interaktionen über Touchpoints und Geräte hinweg zu verbinden. Schritt sechs beinhaltet die kontinuierliche Analyse und Optimierung: Die Attributionsdaten sollten regelmäßig geprüft werden, um leistungsstarke Kanäle und Touchpoints zu identifizieren und das Budget entsprechend umzuverteilen. Schritt sieben schließlich besteht im Testen und Verfeinern der Attributionsstrategie durch A/B-Tests verschiedener Modelle und laufende Experimente, um die für das eigene Unternehmen beste Vorhersage von Conversion-Ergebnissen zu finden.

Wesentliche Aspekte und Vorteile der Multi-Touch Attribution

  • Umfassende Journey-Sichtbarkeit: Erfasst alle Kundeninteraktionen über Kanäle, Geräte und Touchpoints hinweg und liefert ein vollständiges Bild des Conversion-Prozesses
  • Genaue ROI-Messung: Ermöglicht eine präzise Berechnung des Marketing-ROI durch die Zuordnung von Umsatz zu konkreten Kanälen und Kampagnen
  • Optimierte Budgetallokation: Identifiziert leistungsstarke Kanäle und Touchpoints und unterstützt datengestützte Investitionsentscheidungen im Marketing
  • Verbesserte Kampagnenorchestrierung: Zeigt, welche Touchpoint-Kombinationen am effektivsten sind, und hilft bei der optimalen Sequenzierung und Terminierung von Marketingmaßnahmen
  • Tiefere Kundenverständnis: Liefert Einblicke in Verhaltensmuster, Präferenzen und Entscheidungsprozesse der Kunden über die gesamte Journey hinweg
  • Cross-Channel-Leistungsvergleich: Erlaubt den fairen Vergleich von Marketingkanälen durch die Berücksichtigung ihrer jeweiligen Rolle im Kaufprozess
  • Datengetriebene Optimierung: Fördert die kontinuierliche Verbesserung von Marketingstrategien auf Basis realer Leistungsdaten statt Annahmen
  • Umsatzattribution: Verknüpft Marketingaktivitäten direkt mit Geschäftsergebnissen und belegt so den Beitrag des Marketings zum Unternehmenswachstum
  • Wettbewerbsvorteil: Unternehmen mit ausgefeilter Attribution können schneller und effektiver optimieren als Wettbewerber mit einfacheren Modellen
  • Stakeholder-Alignment: Liefert klare Nachweise für Marketingerfolge und verbessert die Zusammenarbeit zwischen Marketing, Vertrieb und Finanzteam

Die Zukunft der Multi-Touch Attribution wird von schnellen Fortschritten in Künstlicher Intelligenz, maschinellem Lernen und sich wandelnden Datenschutzbestimmungen geprägt. KI-gesteuerte Attributionsmodelle verdrängen immer häufiger traditionelle regelbasierte Ansätze, indem sie probabilistische Algorithmen nutzen, um komplexe Verhaltensmuster zu erkennen und den Einfluss von Touchpoints präziser vorherzusagen. Diese machine-learning-basierten Attributionssysteme können sich in Echtzeit an Marktveränderungen, Kundenpräferenzen und Wettbewerbssituationen anpassen und liefern so reaktionsschnellere Optimierungsempfehlungen als statische Modelle. Die Integration datenschutzorientierter Attributionsansätze wird zunehmend unverzichtbar, da Vorschriften wie DSGVO und CCPA klassische Tracking-Methoden einschränken und Innovationen bei First-Party-Daten, kontextbezogener Ausspielung und datenschutzsicherer Analytik fördern. Cross-Device- und Cross-Platform-Attribution werden sich mit der Weiterentwicklung von Identity-Resolution-Technologien weiter verbessern und so eine genauere Abbildung fragmentierter Customer Journeys ermöglichen. Das Aufkommen von KI-vermittelten Touchpoints auf Plattformen wie ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews schafft neue Herausforderungen und Chancen für die Attribution, da Marketer Rahmenwerke entwickeln müssen, um den Einfluss von KI-generierten Inhalten auf Awareness und Conversion zu verstehen. Vereinheitlichte Mess-Frameworks, die klassische Attribution mit Customer-Data-Plattformen, CRM-Systemen und Revenue Analytics verbinden, gewinnen für Unternehmen, die Marketingaktivitäten mit Geschäftsergebnissen verknüpfen wollen, zunehmend an Bedeutung. Außerdem ermöglichen prädiktive Attributionsmodelle, die künftiges Kundenverhalten auf Basis historischer Touchpoint-Muster prognostizieren, eine proaktivere Marketingoptimierung. Während sich die Marketingtechnologie-Landschaft weiterentwickelt, bleibt Multi-Touch Attribution ein zentrales Element für den Marketingerfolg – die konkreten Methoden, Datenquellen und Analyseansätze werden sich jedoch kontinuierlich weiterentwickeln.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Multi-Touch Attribution und Last-Click Attribution?

Bei der Last-Click Attribution erhält nur der letzte Touchpoint vor der Conversion Anerkennung, während die Multi-Touch Attribution die Anerkennung auf alle Kundeninteraktionen verteilt. Last-Click überschätzt häufig Kanäle am unteren Ende des Funnels wie bezahlte Suche und ignoriert die Phasen der Aufmerksamkeit und Erwägung, die Conversions antreiben. Multi-Touch Attribution bietet ein vollständigeres Bild, indem erkannt wird, dass Kunden in der Regel mit mehreren Kanälen interagieren, bevor sie konvertieren. Dadurch ist sie für Budgetentscheidungen genauer.

Welches Multi-Touch Attributionsmodell sollte ich für mein Unternehmen wählen?

Das passende Modell hängt von der Komplexität Ihrer Customer Journey und Ihren Unternehmenszielen ab. Lineare Attribution eignet sich für einfache Journeys mit gleichwertigen Touchpoints. U-förmig betont erste und letzte Touchpoints für Unternehmen mit Fokus auf Leadgenerierung. W-förmig passt zu komplexen Multi-Channel-Kampagnen mit mehreren Entscheidungsphasen. Time Decay gewichtet Touchpoints näher an der Conversion stärker. Beginnen Sie mit einem Standardmodell, testen Sie die Leistung und passen Sie es basierend auf Ihren spezifischen Conversion-Mustern und Marketingzielen an.

Wie verbessert Multi-Touch Attribution den Marketing-ROI?

Multi-Touch Attribution zeigt auf, welche Kanäle und Touchpoints tatsächlich Conversions bewirken und ermöglicht eine datengesteuerte Budgetumverteilung. Durch das Verständnis des Beitrags jedes Touchpoints können Marketer Ausgaben auf leistungsstarke Kanäle optimieren, Streuverluste bei ineffektiven Taktiken reduzieren und die Gesamteffizienz der Kampagne verbessern. Dadurch entstehen bessere Akquisitionskosten, höhere Conversion-Raten und ein messbarer Umsatzeffekt durch Marketinginvestitionen.

Was sind die wichtigsten Herausforderungen bei der Umsetzung von Multi-Touch Attribution?

Zentrale Herausforderungen sind die Erfassung vollständiger Daten über alle Kanäle und Geräte hinweg, die Integration von Offline-Touchpoints wie Telefonanrufen, das Management von Datenschutzvorschriften und der Umgang mit der Komplexität des Cross-Device-Trackings. Zudem wechseln 90 % der Multi-Device-Nutzer zwischen Bildschirmen, um Aufgaben abzuschließen, was das Attributions-Tracking erschwert. Datenqualitätsprobleme, eingeschränkte Sichtbarkeit der Customer Journey und die technische Komplexität der Datenzusammenführung aus mehreren Plattformen stellen weitere bedeutende Hürden dar.

Wie steht Multi-Touch Attribution im Zusammenhang mit KI-Monitoring und Marken-Tracking?

Multi-Touch Attribution hilft Marken zu verstehen, wie unterschiedliche Touchpoints zur Markenbekanntheit und Conversion beitragen, was für das Monitoring von Marken-Nennungen auf KI-Plattformen wie ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews wesentlich ist. Durch die kanalübergreifende Attribution können Marken messen, wie KI-generierte Empfehlungen und Zitationen die Customer Journey und Conversions beeinflussen, und so die Markenpräsenz in KI-Antworten besser optimieren.

Welche Datenquellen werden für eine effektive Multi-Touch Attribution benötigt?

Effektive Multi-Touch Attribution erfordert Daten aus verschiedenen Quellen, darunter Website-Analytics (JavaScript-Tracking), Werbeplattformen (Facebook, Google Ads), E-Mail-Marketing-Systeme, CRM-Daten, Call-Tracking-Systeme und Offline-Conversion-Daten. UTM-Parameter helfen beim Tracking von Kampagnenquellen, während APIs die Integration proprietärer Kundenidentifikationen verschiedener Anbieter ermöglichen. Die Zusammenführung all dieser Datenquellen in einem zentralen Data Warehouse ermöglicht eine umfassende Abbildung der Customer Journey und eine präzise Attributionsverteilung.

Wie verändert maschinelles Lernen die Multi-Touch Attribution?

Durch maschinelles Lernen und KI-gesteuerte Attributionsmodelle gehen die Modelle über traditionelle regelbasierte Ansätze hinaus, indem probabilistische Algorithmen verwendet werden, um den Einfluss von Touchpoints in Echtzeit vorherzusagen. Diese Modelle erkennen komplexe Muster im Kundenverhalten, passen sich automatisch an veränderte Marktbedingungen an und bieten eine genauere Attributionsverteilung als statische Modelle. KI-basierte Attribution wird immer wichtiger, da die Customer Journey zunehmend komplexer und kanalübergreifend wird.

Wie groß ist der Markt und wie hoch die Verbreitung von Multi-Touch Attribution?

Der Markt für Multi-Touch Attribution wurde 2025 auf 2,43 Milliarden USD geschätzt und soll bis 2030 auf 4,61 Milliarden USD wachsen, mit einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 13,66 %. Laut MMA Global nutzten über 52 % der Marketer im Jahr 2024 Multi-Touch Attribution, wobei 57 % der Befragten angaben, dass diese ein entscheidender Bestandteil ihrer Messlösungen ist. Dies zeigt eine starke und weiter steigende Verbreitung in der Marketingbranche.

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