
Was ist Google-Extended?
Google-Extended ist ein eigenständiges Produkt-Token, das Google am 28. September 2023 angekündigt hat. Es ermöglicht Web-Publishern eine granulare Kontrolle darüber, ob ihre Inhalte zum Trainieren und Verbessern von Googles generativen KI-Modellen, insbesondere Bard und Vertex AI, verwendet werden dürfen. Dieser neue Steuermechanismus stellt einen bedeutenden Wandel dar, wie Google KI-Transparenz und Zustimmung der Publisher handhabt. Website-Administratoren können so fundierte Entscheidungen über die Rolle ihrer Inhalte in der KI-Entwicklung treffen. Durch die Implementierung von Google-Extended in der robots.txt-Datei können Publisher jetzt wählen, ob sie zur Verbesserung aktueller und zukünftiger Generationen von KI-Modellen, die Googles Produkte antreiben, beitragen möchten. Die Ankündigung erfolgte als Reaktion auf wachsende Bedenken der Web-Publishing-Community darüber, wie ihre Inhalte für das KI-Training ohne explizite Opt-in-Mechanismen verwendet wurden.

Wie funktioniert Google-Extended
Google-Extended arbeitet als maschinenlesbare Steuerung, die über die branchenübliche robots.txt-Datei funktioniert und so Publishern aller technischen Erfahrungsstufen offensteht. Wenn Sie die Google-Extended-User-Agent-Direktive zu Ihrer robots.txt hinzufügen, kommunizieren Sie damit im Wesentlichen mit Googles KI-Trainings-Crawlern darüber, welche Inhalte vom Indexierungsprozess ausgeschlossen werden sollen. Die Implementierung ist unkompliziert und folgt denselben Konventionen, mit denen Publisher seit Jahrzehnten Suchmaschinen-Crawler steuern. Hier sind die beiden Hauptmöglichkeiten zur Umsetzung:
# Vollständige Blockierung von Google-Extended
User-agent: Google-Extended
Disallow: /
# Teilweise Blockierung – nur bestimmte Verzeichnisse
User-agent: Google-Extended
Disallow: /premium-content/
Disallow: /licensed-material/
Das erste Beispiel verhindert, dass Google-Extended auf jegliche Inhalte Ihrer Seite zugreift, während das zweite eine selektive Blockierung bestimmter Verzeichnisse oder Inhaltstypen zeigt. Diese Flexibilität ermöglicht Publishern einen differenzierten Ansatz, KI-Training für allgemeine Inhalte zuzulassen und gleichzeitig sensible oder geschützte Materialien zu schützen.
Was blockiert Google-Extended tatsächlich?
Das Verständnis des Umfangs, den Google-Extended steuert, ist entscheidend für fundierte Implementierungsentscheidungen. Die Direktive verhindert gezielt, dass Googles KI-Trainings-Crawler auf Ihre Inhalte zum Zweck der Verbesserung von Bard, Vertex AI und zukünftigen generativen KI-Produkten zugreifen. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass Google-Extended spezifische Einschränkungen hat und nicht jeglichen KI-bezogenen Zugriff auf Ihre Inhalte steuert. Hier ein detaillierter Vergleich:
| Funktion | Von Google-Extended blockiert | NICHT blockiert |
|---|---|---|
| Bard Trainingsdaten-Erhebung | ✓ Ja | — |
| Vertex AI Modellverbesserung | ✓ Ja | — |
| Zukünftige Google KI-Modelle | ✓ Ja | — |
| Google-Suchindexierung | — | ✓ Nicht betroffen |
| KI-Overviews in Suchergebnissen | — | ✓ Nicht betroffen |
| Google-Such-Rankings | — | ✓ Nicht betroffen |
| Googlebot Crawling | — | ✓ Nicht betroffen |
| Reguläre Suchsichtbarkeit | — | ✓ Nicht betroffen |
Dieser Unterschied ist entscheidend: Das Blockieren von Google-Extended verhindert nicht, dass Ihre Inhalte in den Google-Suchergebnissen erscheinen oder in KI-Overviews verwendet werden. Es richtet sich gezielt nur gegen die Trainingsdatenerhebung für Googles generative KI-Produkte und lässt Ihre Suchsichtbarkeit völlig unberührt.

Die entscheidende Unterscheidung – KI-Overviews vs. Google-Extended
Ein häufig missverstandener Aspekt von Google-Extended ist sein Verhältnis zu KI-Overviews, Googles Funktion, die KI-generierte Zusammenfassungen an der Spitze der Suchergebnisse anzeigt. Viele Publisher glauben fälschlicherweise, dass das Blockieren von Google-Extended verhindert, dass ihre Inhalte in KI-Overviews erscheinen – das ist jedoch grundlegend falsch. KI-Overviews werden aus Inhalten generiert, die in den Google-Suchergebnissen erscheinen, nicht aus der separaten KI-Trainingsdatenerhebung, die Google-Extended steuert. Das bedeutet: Selbst wenn Sie Google-Extended blockieren, können Ihre Inhalte weiterhin in KI-Overviews zitiert und zusammengefasst werden, sofern sie in den klassischen Suchergebnissen gut ranken. Wenn Ihr Hauptanliegen ist, dass Ihre Inhalte nicht in KI-Overviews erscheinen, bietet Google eine alternative Methode: das nosnippet Meta-Tag, das verhindert, dass Google Ausschnitte Ihrer Inhalte in jeglichen Suchergebnissen – einschließlich KI-Overviews – anzeigt. Diese Unterscheidung zu verstehen, ist entscheidend, um eine effektive Schutzstrategie für Ihre Inhalte zu entwickeln, die zu Ihren geschäftlichen Zielen passt.
Wer sollte Google-Extended blockieren?
Die Entscheidung, Google-Extended zu blockieren, sollte auf einer sorgfältigen Analyse des Werts Ihrer Inhalte und Ihres Geschäftsmodells beruhen. Bestimmte Arten von Publishern und Content-Erstellern haben besonders gute Gründe, diese Einschränkung umzusetzen:
Lizenzierte Inhalte-Anbieter: Publisher, die Inhalte von Dritten mit speziellen Nutzungsbeschränkungen lizenziert haben, sollten Google-Extended blockieren, um Lizenzvereinbarungen einzuhalten und rechtliche Risiken zu vermeiden.
Premium- und Abo-Inhalte: Nachrichtenorganisationen, Forschungsplattformen und Bildungseinrichtungen, die exklusive Inhalte über Abonnements monetarisieren, profitieren davon, wenn diese Inhalte nicht zum Training konkurrierender KI-Systeme verwendet werden.
Content mit viel geistigem Eigentum: Unternehmen, die originelle Forschung, proprietäre Methoden oder Spezialwissen erstellen, sollten eine Blockierung in Betracht ziehen, um ihren Wettbewerbsvorteil und die Einzigartigkeit ihrer Angebote zu schützen.
Rechtlich und compliance-sensible Branchen: Finanzdienstleister, Gesundheitswesen und Kanzleien müssen Google-Extended unter Umständen blockieren, um Branchenvorschriften einzuhalten und die Vertraulichkeit von Mandanten zu wahren.
Kreativbranchen: Autoren, Fotografen, Musiker und andere Kreativschaffende, die auf Urheberrechtsschutz und faire Vergütung angewiesen sind, haben legitime Gründe, den KI-Trainingszugriff einzuschränken.
Wer verwendet aktuell Google-Extended?
Die tatsächliche Nutzung von Google-Extended zeigt interessante Muster, wie verschiedene Publisher den KI-Trainingszugriff bewerten. Große Nachrichtenorganisationen haben eine schützende Haltung eingenommen: Die New York Times, CNN und die BBC haben alle Google-Extended-Blockierungen implementiert – aus Sorge, dass ihr Premium-Journalismus ohne Vergütung zum Training konkurrierender KI-Systeme genutzt wird. Diese Entscheidungen passen zu den branchenweiten Diskussionen über eine faire Vergütung für Inhalte im KI-Training. Umgekehrt blockieren andere große Publisher Google-Extended nicht, darunter Wikipedia, CNET und Netflix – was auf unterschiedliche strategische Prioritäten oder Geschäftsmodelle hindeutet. Laut Daten von Reuters und Branchenbeobachtungen variiert die Nutzung stark nach Branche: Nachrichtenverlage blockieren häufiger als Technologie-, Unterhaltungs- oder Referenzseiten. Diese Unterschiede spiegeln die unterschiedlichen Geschäftsmodelle und Content-Strategien wider – manche sehen KI-Trainingszugriff als Vorteil für die Auffindbarkeit, andere als Bedrohung ihres Kerngeschäfts.
Auswirkungen auf Suchranking und Sichtbarkeit
Ein entscheidender Punkt, den Google ausdrücklich bestätigt hat: Das Blockieren von Google-Extended hat absolut keinen Einfluss auf Ihr Suchranking oder die Sichtbarkeit in den Google-Suchergebnissen. Diese offizielle Aussage von Google ist grundlegend, um den tatsächlichen Umfang dieses Steuermechanismus zu verstehen. Die Aufnahme Ihrer Seite in den Suchindex, Ihre Ranking-Positionen für Ziel-Keywords und Ihr organischer Suchtraffic bleiben völlig unbeeinflusst – unabhängig davon, ob Sie Google-Extended blockieren oder nicht. Diese Trennung ist bewusst: Die Crawler, die für die Suchindexierung zuständig sind (Googlebot), agieren unabhängig von den KI-Trainings-Crawlern, die Google-Extended steuert. Publisher können sich darauf verlassen, dass die Implementierung von Google-Extended eine reine Inhaltsnutzungsentscheidung ist und keine negativen Auswirkungen auf die Suchsichtbarkeit hat. Diese Klarheit ist wichtig, da Publisher ihre Blockierungsentscheidungen so allein auf Content-Schutz und Geschäftsstrategie stützen können – ohne negative SEO-Folgen befürchten zu müssen.
Der geschäftliche Entscheidungsrahmen
Ob Sie Google-Extended blockieren sollten, ist letztlich eine grundlegende Geschäftsentscheidung: Basieren Ihre Einnahmen auf der Monetarisierung von Vertrauen oder von Inhalten? Publisher müssen analysieren, ob die Freigabe ihrer Inhalte für die Verbesserung von Googles KI-Produkten strategischen Mehrwert durch erhöhte Sichtbarkeit und Traffic bringt – oder ob dies eine Bedrohung für ihre Kernerlöse darstellt. Für Publisher mit exklusiven, kostenpflichtigen Inhalten – etwa abonnierte Nachrichtenangebote oder Forschungsplattformen – schützt das Blockieren von Google-Extended die Möglichkeit, für den Zugang zu einzigartigen Informationen zu verlangen. Wer hingegen auf Werbeeinnahmen und organischen Traffic setzt, kann von der Freigabe profitieren, da bessere KI-Modelle qualifiziertere Zugriffe bringen könnten. Hinzu kommt die Entwicklung von Google Assistant und Gemini, die die Zukunft der Informationsbereitstellung durch Google darstellen. Mit zunehmender Verbreitung und Raffinesse dieser KI-Oberflächen wird die Frage, ob Ihre Inhalte diese Systeme speisen sollen, immer strategischer. Publisher müssen nicht nur aktuelle Einnahmen bedenken, sondern auch, wie sich ihre Content-Strategie entwickelt, wenn KI-basierte Interfaces zur Hauptquelle der Informationssuche werden.
Grounding und zukünftige KI-Interfaces
Das Konzept des Groundings ist zentral für das Verständnis der Zukunft KI-basierter Suche und Informationsfindung. Grounding bedeutet, dass KI-generierte Antworten an spezifische, zitierte Webquellen angebunden werden, um faktische Genauigkeit und Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten. Googles Deep Research-Funktion und andere fortgeschrittene KI-Fähigkeiten basieren stark auf Grounding, um Nutzern verlässliche, belegte Informationen zu liefern. Mit zunehmender Raffinesse von KI-Assistenten wird die Fähigkeit, autoritative Quellen zu zitieren, immer wertvoller – sowohl für Nutzer, die vertrauenswürdige Informationen suchen, als auch für Publisher, deren Inhalte als Grundlage dieser Antworten dienen. Die Zukunft der KI-Interfaces wird vermutlich mehr direkte Engagements mit Publisher-Inhalten umfassen und damit neue Chancen für Sichtbarkeit und Traffic schaffen. Publisher, die diesen Wandel verstehen und sich vorbereiten – etwa durch strategische Blockierungsentscheidungen oder indem sie ihre Inhalte für KI-Nutzung optimieren – sind besser aufgestellt, um im KI-getriebenen Informationsmarkt zu bestehen.
Implementierung und Monitoring
Die Implementierung von Google-Extended ist unkompliziert, aber eine korrekte Überwachung stellt sicher, dass Ihre Vorgaben eingehalten werden. Um die Blockierung umzusetzen, fügen Sie einfach die User-Agent-Direktive für Google-Extended in Ihre robots.txt ein und laden die Datei auf Ihren Webserver hoch. Überprüfen Sie die Umsetzung, indem Sie die robots.txt direkt im Browser aufrufen (in der Regel unter ihreseite.de/robots.txt) und prüfen, ob die Direktive korrekt vorhanden ist. Die Google Search Console bietet begrenzte Einblicke in das Crawling durch Google-Extended, ist jedoch weniger detailliert als das Standard-Reporting für Googlebot. Um die Auswirkungen der Blockierung zu überwachen, sollten Sie vorab Basis-Metriken erfassen: Verfolgen Sie Ihren organischen Suchtraffic, Rankings für Ziel-Keywords und Veränderungen in der Darstellung Ihrer Inhalte in Suchergebnissen und KI-Overviews. Nach der Implementierung beobachten Sie diese Werte regelmäßig, um sicherzustellen, dass Ihre Suchsichtbarkeit unverändert bleibt. Zusätzlich empfehlen sich Alerts für Erwähnungen Ihrer Marke oder Inhalte in KI-generierten Antworten, um nachzuvollziehen, wie Ihre Inhalte im KI-Kontext genutzt werden. Regelmäßige Audits Ihrer robots.txt und eine regelmäßige Überprüfung Ihrer Blockierungsstrategie stellen sicher, dass Ihre Vorgaben auch künftig zu Ihren Geschäftsinteressen und dem Wettbewerbsumfeld passen.


