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KI-generierte Falschinformationen über unser Unternehmen – wie bereiten wir uns auf KI-Suchkrisen vor?

PR
PRCrisis_Manager · Leiter Unternehmenskommunikation
· · 112 upvotes · 10 comments
PM
PRCrisis_Manager
Leiter Unternehmenskommunikation · 17. Dezember 2025

Letzten Monat erzählte ChatGPT einem potenziellen Kunden, wir hätten „mehrere Klagen wegen Datenschutzverletzungen gehabt“. Das ist komplett falsch. Wir hatten nie eine Datenschutzverletzung oder eine entsprechende Klage.

Was ist passiert:

  • Kunde fragte ChatGPT, ob wir vertrauenswürdig seien
  • Erhielt halluzinierte Antwort zu Klagen
  • Kunde stornierte seine Evaluation
  • Wir erfuhren davon erst im Exit-Interview

Unsere Bedenken:

  • Wie viele andere Kunden haben diese Falschinformation erhalten?
  • Wir haben keine Ahnung, wie wir das in der KI „reparieren“ können
  • Traditionelle PR-Taktiken scheinen nicht zu greifen
  • Das könnte gerade anderen Interessenten passieren

Fragen:

  • Wie bereiten wir uns auf KI-Suchkrisen vor?
  • Wie erkennen wir Falschinformationen auf KI-Plattformen?
  • Was ist das Reaktions-Playbook, wenn KI über Ihre Marke halluziniert?
  • Können wir verhindern, dass das nochmal geschieht?

Das traditionelle Krisenmanagement hat uns darauf nicht vorbereitet.

10 comments

10 Kommentare

AS
AICrisis_Specialist Experte KI-Reputationsstratege · 17. Dezember 2025

Das wird immer häufiger. Hier eine Übersicht zur KI-Krisenlandschaft:

KI-Krise unterscheidet sich von traditioneller PR:

Traditionelle KriseKI-Krise
Entfernen/Inhalt löschenKann nicht aus KI-Training entfernt werden
Einzelquellen-LösungMulti-Plattform-verbreitet
Einmalige ReaktionLaufende Quellkorrektur
Direkte Stakeholder-KommunikationKI-Antworten nicht kontrollierbar

Das 67,4-Milliarden-Dollar-Problem:

Weltweite Verluste durch KI-Halluzinationen lagen 2024 bei 67,4 Mrd. $. Ihre Situation ist nicht selten – sie wird immer häufiger.

Krisenvektoren-Analyse:

PlattformWie verbreiten sich Fehlinformationen?Priorität der Erkennung
ChatGPTLücken im Trainingsdatensatz, widersprüchliche InfosHoch – 800M+ Nutzer
PerplexityZitierung von minderwertigen QuellenHoch – zitiert Quellen
Google AI OverviewsFalsche Übertragung von InfosKritisch – Milliarden Nutzer
ClaudeVorsichtig, halluziniert aber auchMittel

Sofortmaßnahmen für Ihre Situation:

  1. Halluzination dokumentieren (Screenshot, exakte Wortwahl)
  2. Alle großen KI-Plattformen mit ähnlichen Fragen abfragen
  3. Reichweite der Falschinformation ermitteln
  4. Aufbau von Quellautorität beginnen (Details siehe unten)
PM
PRCrisis_Manager OP · 17. Dezember 2025
Replying to AICrisis_Specialist
„Quellautorität aufbauen“ – können Sie das erklären? Wie behebt Content-Erstellung, was KI bereits „glaubt“?
AS
AICrisis_Specialist Experte · 17. Dezember 2025
Replying to PRCrisis_Manager

Quellautorität für Krisenkorrektur aufbauen:

Warum das funktioniert:

KI-Systeme aktualisieren sich laufend. RAG-basierte Systeme (Perplexity, Google AI) greifen auf Live-Quellen zu. Auch ChatGPT aktualisiert sein Trainingsdatenset.

Wenn Ihr autoritativer Inhalt:

  • Die glaubwürdigste Quelle ist
  • Konsistent korrekt ist
  • Für KI-Extraktion gut strukturiert ist
  • Plattformübergreifend verifiziert ist

werden KI-Systeme Ihre Version der Wahrheit bevorzugen.

Sofortmaßnahmen zum Aufbau von Quellautorität:

  1. Explizite „Über uns“-Inhalte erstellen

    • Unternehmensgeschichte (korrekt, detailliert)
    • Führungsbiografien (überprüfbar)
    • Vertrauens-/Sicherheitszertifikate
    • Klare Aussage: „Keine Datenschutzverletzungen, keine entsprechenden Klagen“
  2. Externe Validierung aufbauen

    • Pressemitteilungen über renommierte Nachrichtendienste
    • Zertifizierungen durch Dritte
    • Branchenpreise/Auszeichnungen
    • Kundenbewertungen auf vertrauenswürdigen Plattformen
  3. Schema-Markup für alles

    • Organization-Schema
    • FAQPage-Schema zu Bedenken
    • Person-Schema für Führungskräfte
  4. Monitoring und Reaktion

    • KI-Antworten wöchentlich überwachen
    • Änderungen dokumentieren
    • Strategie anpassen nach KI-Aussagen

Zeiterwartung:

  • RAG-Systeme (Perplexity): 2-4 Wochen für indizierte Inhalte
  • Google AI Overviews: 4-8 Wochen
  • ChatGPT: Abhängig von Trainings-Updates (weniger vorhersehbar)

Sie „überzeugen die KI“ nicht – Sie werden die autoritativste Quelle.

CP
CrisisMonitoring_Pro · 17. Dezember 2025

Erkennungs-Infrastruktur für KI-Krisen:

Was überwachen:

FragetypBeispielHäufigkeit
Markenname direkt„Was wissen Sie über [Company]?“Wöchentlich
Vertrauen/Reputation„Ist [Company] vertrauenswürdig?“Wöchentlich
Spezifische Bedenken„[Company] Sicherheit/Klagen/Probleme“Wöchentlich
Produktanfragen„[Company] [Produkt] Bewertung“Zweiwöchentlich
Wettbewerb„[Company] vs [Wettbewerber]“Monatlich

Zu überwachende Plattformen:

  1. ChatGPT (mehrere Versionen)
  2. Perplexity (Echtzeit-Web)
  3. Google AI Overviews
  4. Claude
  5. Bing Copilot

Monitoring-Aufbau:

Manuell (kostenlos):

  • Testfragen-Liste erstellen
  • Wöchentliche manuelle Checks
  • Dokumentation in einer Tabelle
  • Veränderungen im Zeitverlauf vergleichen

Automatisiert (empfohlen):

Tools wie Am I Cited können:

  • Kontinuierliche Plattform-Überwachung
  • Benachrichtigung bei neuen Erwähnungen
  • Potenzielle Fehlinformationen markieren
  • Veränderungen im Zeitverlauf verfolgen

Alarm-Trigger:

Richten Sie Alarme ein für:

  • Jegliche negative Stimmung
  • Spezifische Falschaussagen (Klagen, Datenschutzverletzungen etc.)
  • Auftauchen neuer Informationen
  • Änderungen in der Markenbeschreibung
RL
ReputationRecovery_Lead · 16. Dezember 2025

Krisenreaktions-Framework:

Phase 1: Erkennung (Stunde 0-24)

  • Falschinformation verifizieren
  • Auf allen Plattformen dokumentieren
  • Ausmaß und Verbreitung einschätzen
  • Führungskräfte informieren
  • Krisenteam aktivieren

Phase 2: Bewertung (Tag 1-3)

SchweregradIndikatorenAntwort-Stufe
GeringEine Plattform, unbekannte AnfragenContent-Team
MäßigMehrere Plattformen, mittl. AnfragenMarketing + Recht
HochGoogle AI Overviews, häufige AnfragenGeschäftsleitung + PR
KritischSicherheits-/Rechtsvorwürfe, weit verbreitetVollständige Krisenaktivierung

Phase 3: Reaktion (Tag 1–Woche 2)

  1. Sofort:

    • Stellungnahme vorbereiten
    • Internes FAQ für Mitarbeiter/Vertrieb
    • Kundenservice einbriefen
  2. Kurzfristig:

    • Autoritativen Content erstellen
    • Pressemitteilung falls nötig
    • Schema-Markup umsetzen
  3. Mittelfristig:

    • Externe Validierung aufbauen
    • Quellautorität stärken
    • Laufende Überwachung

Phase 4: Erholung (ab Woche 2)

  • KI-Antworten weiter verfolgen
  • Strategie nach Ergebnissen anpassen
  • Erkenntnisse dokumentieren
  • Krisen-Playbook aktualisieren
TV
TechPR_Veteran · 16. Dezember 2025

Sprecher-Vorbereitung für KI-Krisen:

Wichtige Kernbotschaften:

Wenn Medien wegen KI-Fehlinformationen fragen:

„Wir haben ungenaue Informationen in einigen KI-generierten Antworten festgestellt. Zur Klarstellung: [Faktenaussage]. Wir arbeiten daran, autoritative Quellen für KI-Systeme bereitzustellen, möchten aber, dass Kunden wissen: [direkte Widerlegung der Falschaussage].“

Was Sie NICHT sagen sollten:

  • „ChatGPT hat über uns gelogen“ (Schuldzuweisung)
  • „KI ist unzuverlässig“ (löst das Problem nicht)
  • „Wir verklagen OpenAI“ (außer Sie tun es tatsächlich)

Kund:innen-Kommunikationsvorlage:

„Möglicherweise sind Ihnen ungenaue Informationen über [Company] in KI-Suchergebnissen begegnet. Uns ist wichtig: [Faktenaussage]. KI-Systeme können gelegentlich Fehler generieren, deshalb empfehlen wir, wichtige Informationen über offizielle Quellen wie [Ihre Website/ offizielle Kanäle] zu verifizieren.“

Vertriebsargumente:

Wenn Interessenten KI-Bedenken ansprechen:

  1. Wahrnehmen, was sie gehört haben
  2. Faktische Korrektur mit Belegen bieten
  3. Zertifikate/Dokumentation anbieten
  4. Die Sorge nicht abtun

„Das kam schon öfter vor – tatsächlich stimmt das so nicht. Hier ist unser SOC-2-Zertifikat und unsere öffentliche Sicherheitsseite. Gern erläutere ich unsere tatsächliche Erfolgsbilanz.“

SD
SecurityComms_Director · 16. Dezember 2025

Proaktive Krisenprävention:

Die Festung bauen, bevor Sie sie brauchen:

  1. Autoritativer „Über uns“-Content

    • Detaillierte Firmengeschichte
    • Führungskräfte mit verifizierbaren Referenzen
    • Klare Aussagen zu sensiblen Themen
    • FAQ zu potenziellen Bedenken
  2. Externe Validierungsdokumentation

    • Sicherheitszertifikate prominent zeigen
    • Pressemitteilungen zu positiven Meilensteinen
    • Kundenerfolgsgeschichten
    • Branchenanerkennung/Auszeichnungen
  3. Monitoring-Basislinie

    • Monatliche KI-Marken-Audits
    • Aktuelle KI-Wahrnehmung dokumentieren
    • Veränderungen im Zeitverlauf nachverfolgen
  4. Krisenmaterialien vorbereitet

    • Stellungnahmen vorab entwerfen
    • Sprecher identifizieren und schulen
    • Reaktions-Playbook dokumentieren
    • Rechtsprüfung abgeschlossen

Der sicherheitsspezifische Aspekt:

Wenn Sie im Tech-/SaaS-Bereich sind, erstellen Sie eine eigene Sicherheitsseite:

  • SOC 2-, ISO-Zertifikate
  • Überblick über Sicherheitspraktiken
  • Vorfallhistorie (oder klare „keine Vorfälle“)
  • Bug-Bounty-Programm (falls vorhanden)
  • Kontakt für Sicherheitsanliegen

Machen Sie dies zur maßgeblichen Quelle für Ihre Sicherheitslage.

AA
AIGovernance_Analyst · 15. Dezember 2025

Das regulatorische Umfeld (Wissenspunkt):

Neue Regulierungen:

  • Der EU-AI-Act enthält Vorgaben zu KI-generierten Fehlinformationen
  • Die FTC überwacht KI-Täuschungsbehauptungen
  • Erste bundesstaatliche KI-Regulierung im Entstehen

Warum das für die Krisenvorbereitung relevant ist:

Künftige Regelungen könnten:

  • KI-Plattformen verpflichten, bekannte Fehlinformationen zu korrigieren
  • Formelle Streitbeilegungsmechanismen schaffen
  • Transparenz zu KI-Quellen vorschreiben
  • Rechtliche Schritte bei Schäden ermöglichen

Aktueller Stand:

Kein klarer Rechtsweg, damit „KI aufhört, über Sie zu lügen“. Aber das ändert sich gerade.

Praktische Implikation:

Dokumentieren Sie jetzt alles:

  • Screenshots von Falschinformationen
  • Funddatum
  • Geschäftliche Auswirkungen (verlorene Abschlüsse etc.)
  • Korrekturversuche

Diese Dokumentation kann wichtig sein für:

  • Zukünftige rechtliche Schritte
  • Beschwerden bei Regulierungsbehörden
  • Versicherungsansprüche

Bis dahin:

Konzentrieren Sie sich auf Quellautorität (funktioniert heute) und halten Sie Dokumentation für spätere Optionen bereit.

PM
PRCrisis_Manager OP Leiter Unternehmenskommunikation · 15. Dezember 2025

Dieser Thread war unglaublich hilfreich. Unser Aktionsplan:

Sofort (diese Woche):

  1. Falsche Infos auf allen Plattformen dokumentieren
  2. ChatGPT, Perplexity, Google AI, Claude mit Markenanfragen abfragen
  3. Führung und Rechtsabteilung informieren
  4. Kundenservice-Talking-Points vorbereiten

Kurzfristig (nächste 2 Wochen):

  1. Content-Erstellung:

    • Über-uns-Seite mit detaillierter Firmengeschichte aktualisieren
    • Sicherheits-/Vertrauensseite mit Zertifikaten erstellen
    • FAQ mit potenziellen Bedenken ergänzen
    • Explizite Aussage: „Keine Datenschutzverletzungen oder entsprechende Klagen“
  2. Schema-Implementierung:

    • Organization-Schema mit Vertrauenssignalen
    • FAQPage-Schema für Sicherheitsfragen
    • Person-Schema für Führungskräfte
  3. Externe Validierung:

    • Pressemitteilung zur aktuellen Sicherheitszertifizierung
    • Kundentestimonials sammeln
    • Branchenanerkennung hervorheben

Laufend:

  1. Monitoring-Aufbau:

    • Wöchentliche KI-Plattformabfragen
    • Am I Cited für automatisiertes Monitoring
    • Alarmsystem für Markenerwähnungen
  2. Krisenbereitschaft:

    • Sprechertraining
    • Antwortvorlagen
    • Eskalationsprozeduren

Kennzahlen:

  • KI-Antworten wöchentlich nachverfolgen
  • Korrektur-Zeitlinie dokumentieren
  • Volumen der Kund:innenanfragen zum Thema messen

Zentrale Erkenntnis:

Wir können KI nicht direkt „reparieren“. Aber wir können die maßgebliche Quelle über uns selbst werden und der KI helfen, akkurat zu sein.

Danke an alle – genau dieses Framework haben wir gebraucht.

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Frequently Asked Questions

Was ist eine KI-Suchkrise?
Eine KI-Suchkrise tritt auf, wenn KI-Plattformen falsche, irreführende oder schädliche Informationen über Ihre Marke generieren, die sich an Nutzer verbreiten, die KI-generierte Antworten als autoritative Quellen ansehen.
Wie unterscheiden sich KI-Krisen von traditionellen PR-Krisen?
Sie können falsche Informationen nicht direkt aus KI-Systemen entfernen, wie Sie es bei Webseiten durch Takedown-Anfragen können. KI-Fehlinformationen verteilen sich über mehrere Plattformen und bleiben im Trainingsdatensatz bestehen. Die Reaktion konzentriert sich auf Quellenkorrektur, nicht auf Inhaltsentfernung.
Wie erkenne ich KI-Fehlinformationen über meine Marke?
Implementieren Sie kontinuierliches Monitoring über ChatGPT, Perplexity, Google AI Overviews und Claude. Nutzen Sie spezialisierte GEO-Überwachungstools, die Markenerwähnungen verfolgen und potenzielle Fehlinformationen in KI-Antworten kennzeichnen.
Was ist die beste Reaktion auf KI-generierte Fehlinformationen?
Konzentrieren Sie sich auf den Aufbau von Quellautorität – erstellen Sie autoritativen, gut strukturierten Content, der die Falschinformation widerspricht. KI-Systeme priorisieren autoritative Quellen, deshalb hilft es, selbst die glaubwürdigste Quelle für Ihre Informationen zu werden, um künftige Antworten zu korrigieren.

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