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Anwaltskanzleien: Verfolgen Sie Ihre Sichtbarkeit bei KI? Wie finden potenzielle Mandanten Sie über ChatGPT/Perplexity?

LE
LegalMarketer_David · Marketingleiter, mittelgroße Kanzlei
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LD
LegalMarketer_David
Marketingleiter, mittelgroße Kanzlei · 8. Januar 2026

Ich bin Marketingleiter einer Kanzlei mit 40 Anwälten und versuche zu verstehen, wie KI die Mandantengewinnung verändert.

Ich habe angefangen zu recherchieren und festgestellt: Wenn Leute ChatGPT fragen „bester Wirtschaftsanwalt in [unserer Stadt]“ oder „wer übernimmt Wirtschaftsstreitigkeiten in [Bundesland]“ – tauchen wir gar nicht auf.

Dafür werden kleinere, neuere Kanzleien genannt. Und auch unsere direkten Wettbewerber.

Was ich bisher herausgefunden habe:

  • KI-Empfehlungen scheinen stark aus juristischen Verzeichnissen zu ziehen
  • Strukturierte Daten auf unserer Website fehlen quasi völlig
  • Unsere Anwaltsprofile bestehen aus Textwänden ohne einheitliches Format
  • Wikipedia/Wikidata-Präsenz ist minimal

Was ich herausfinden will:

  1. Verfolgt eigentlich jemand im Legal Marketing KI-Zitationen?
  2. Was bringt wirklich Sichtbarkeit?
  3. Wie wichtig ist das im Vergleich zu klassischem SEO und Empfehlungsmarketing?

Würde mich besonders über Erfahrungen von anderen Legal Marketers oder Anwälten freuen, die hier schon Erfolge hatten.

11 comments

11 Kommentare

LS
LegalTechConsultant_Sarah Expert Beraterin für Kanzleimarketing · 8. Januar 2026

Das ist genau die richtige Frage. Das Rechtswesen ist eine der Branchen, in denen KI-Suche sofort Auswirkungen zeigt.

Warum die Rechtsbranche besonders betroffen ist:

  • Suchanfragen mit hoher Absicht („Ich brauche einen Anwalt für X“)
  • Nutzer wollen konkrete Empfehlungen, keine Listen
  • Vertrauen und Glaubwürdigkeit sind entscheidend
  • Lokale Suche ist für die meisten Kanzleien essenziell

Was ich bei Kanzleien als erfolgreich sehe:

  1. Strukturierte Anwaltsdaten – Jede:r Anwalt/Anwältin braucht eine Profilseite mit Schema-Markup (Zulassungsnummer, Zuständigkeiten, Fachbereiche, Qualifikationen)
  2. Optimierung juristischer Verzeichnisse – Präsenz bei Chambers, Martindale-Hubbell, SuperLawyers, Avvo mit vollständigen, konsistenten Angaben
  3. Dokumentierte Prozessergebnisse – KI-Systeme suchen nach Belegen für Erfolge und Expertise
  4. Google-Unternehmensprofil – Komplett optimiert mit allen Anwälten, Fachbereichen und Bewertungen

Die erfolgreichen Kanzleien bei KI-Suche:

Stellen ihre Expertise maschinenlesbar dar. Es reicht nicht zu sagen „wir sind stark im Wirtschaftsrecht“ – strukturierte Daten müssen das beweisen.

AM
AttorneySEO_Michael Spezialist für Kanzlei-SEO · 8. Januar 2026
Replying to LegalTechConsultant_Sarah

Ergänzend dazu – das Thema Schema-Markup ist enorm wichtig und wird von den meisten Kanzleien komplett übersehen.

Unverzichtbare Schemas für Kanzleien:

  • LegalService-Schema für Fachbereiche
  • Person-Schema für jede:n Anwalt/Anwältin mit Qualifikationen
  • Organization-Schema für die Kanzlei
  • Review-Schema für Mandantenstimmen

Wenn KI-Systeme Ihre Website durchsuchen und diese strukturierten Daten finden, können sie Ihre Informationen sicher extrahieren und zitieren. Ohne das sind Sie nur eine weitere Textwand.

Ich habe erlebt, dass Kanzleien innerhalb von 2-3 Monaten nach korrekter Schema-Implementierung von unsichtbar zu empfohlen aufsteigen.

LJ
LawFirmPartner_Jennifer Managing Partner · 8. Januar 2026

Partnerin einer Boutique-IP-Kanzlei hier. Wir verfolgen seit 6 Monaten mit Am I Cited unsere KI-Sichtbarkeit und haben Folgendes gelernt:

Unsere Überraschung:

Für unser Nischenthema (Patentanmeldung) wurden wir tatsächlich ziemlich gut empfohlen – besser als größere Generalisten. Die KI scheint unsere Spezialisierung zu erkennen.

Was aus unserer Sicht funktioniert:

  1. Tiefe Spezialisierungssignale – Jede Seite auf unserer Website unterstreicht unseren IP-Fokus
  2. Hervorhebung von Qualifikationen – Patentanwaltsnummern, technische Abschlüsse sichtbar platziert
  3. Veröffentlichte Expertise – Unsere Anwälte publizieren regelmäßig zu IP-Themen
  4. Vorträge – Erwähnungen in juristischen Fachmedien

Die Erkenntnis:

In spezialisierten Bereichen zählt die Tiefe der Expertise mehr als die Kanzleigröße. KI-Systeme sind ziemlich gut darin, spezifische Bedarfe mit spezialisierten Kanzleien zu matchen.

Unsere Generalisten-Konkurrenten tauchen bei spezifischen IP-Anfragen nicht auf, obwohl sie größer sind. Ihre KI-Präsenz ist über zu viele Bereiche verteilt.

LJ
LocalAttorney_James Einzelanwalt · 8. Januar 2026

Perspektive eines Solo-Anwalts:

Ich konkurriere bei lokalen Familienrecht-Suchen mit Großkanzleien – und gewinne.

Wenn jemand ChatGPT fragt „bester Scheidungsanwalt in [meiner Stadt]“ oder „wer macht Sorgerechtsfälle in [Kreis]“, erscheine ich – viele größere Kanzleien aber nicht.

Was aus meiner Sicht funktioniert:

  1. Google-Unternehmensprofil-Perfektionismus – 500+ Bewertungen, alle beantwortet, komplett ausgefüllt
  2. Standortbezogene Inhalte – Seiten für jedes Viertel und Gericht, das ich betreue
  3. Avvo- und Verzeichnispräsenz – 10.0-Rating mit detailliertem Profil
  4. Konsistente NAP – Überall gleiche Angaben

Meine Theorie:

KI kann „bester“ nicht objektiv prüfen und verlässt sich deshalb auf Signale wie Bewertungen, Ratings und Konsistenz. Ein Solo mit starker lokaler Präsenz kann eine Kanzlei schlagen, die diese Signale ignoriert.

Lokal + spezialisiert + sichtbar = KI-Empfehlung.

LC
LegalMarketingAgency_Chris Expert Inhaber einer Kanzleimarketing-Agentur · 7. Januar 2026

Wir haben mit über 50 Kanzleien an KI-Sichtbarkeit gearbeitet. Das bringt wirklich den Unterschied:

Stufe 1 – Muss sein:

  • Vollständige, verifizierte Verzeichnis-Profile
  • Anwaltsprofile mit Schema-Markup
  • Optimiertes Google-Unternehmensprofil
  • Konsistente NAP auf allen Plattformen

Stufe 2 – Differenzierer:

  • Prozessergebnisse mit klaren Fallarten und Ergebnissen
  • Veröffentlichte Fachbeiträge in juristischen Medien
  • Dokumentierte Vorträge und Auszeichnungen
  • Mandantenstimmen mit Details

Stufe 3 – Fortgeschritten:

  • Wikipedia-Präsenz der Kanzlei oder von Partner:innen
  • Wikidata-Einträge für Anwälte
  • Berichterstattung in großen Medien
  • Engagement in Fachverbänden oder Kammern

Typischer Fehler:

Kanzleien geben Geld für klassische Werbung aus, während ihre digitale Präsenz chaotisch ist. KI-Systeme können Sie nicht empfehlen, wenn Ihre Daten inkonsistent oder unsichtbar sind.

Erst die Grundlage schaffen, dann Werbung schalten.

BR
BigLawMarketing_Rachel CMO, AmLaw 100 Kanzlei · 7. Januar 2026

Großkanzlei-Perspektive: Tatsächlich sind wir hier hinter kleineren Kanzleien zurück.

Warum BigLaw bei KI-Sichtbarkeit kämpft:

  1. Dezentrales Marketing – Jede Praxisgruppe macht ihr eigenes Ding
  2. Veraltete Website-Architektur – Schema lässt sich schwer flächendeckend umsetzen
  3. Partner-Politik – Einzelne Anwälte dürfen nicht besonders hervorgehoben werden
  4. Langsame Entscheidungswege – Änderungen dauern Monate

Was wir jetzt umsetzen:

  • Kanzleiweites Schema-Projekt
  • Einheitliche Anwaltsprofil-Templates
  • Zentrale Verzeichnisverwaltung
  • Monitoring der KI-Sichtbarkeit

Die Ironie:

Wir haben mehr Ressourcen, sind aber weniger agil. Solos und kleine Kanzleien, die schnell handeln, sind uns bei KI-Suche voraus.

Nicht annehmen, dass große Kanzleien das schon im Griff haben. Viele stehen erst am Anfang.

LA
LegalTechVendor_Alex · 7. Januar 2026

Aus technischer Sicht: Die Werberichtlinien der ABA helfen tatsächlich bei der KI-Sichtbarkeit.

Deshalb:

Die ABA verlangt, dass alle Aussagen sachlich und überprüfbar sind. Das passt perfekt zu den Anforderungen von KI-Systemen – spezifische, genaue, belegbare Informationen.

Kanzleien, die die ABA-Regeln genau befolgen, tendieren dazu:

  • Spezifische, überprüfbare Aussagen zu machen
  • Qualifikationen korrekt zu dokumentieren
  • Auf Übertreibungen zu verzichten, die KI-Systeme ignorieren

Die Kanzleien, die Probleme haben:

Nutzen vage Formulierungen wie „engagierte Vertretung“ oder „wir kämpfen für Sie“ – das bedeutet für KI-Systeme mit Fokus auf Expertise nichts.

Seien Sie konkret, belegbar, regelkonform – dann werden Sie von KI-Systemen eher zitiert.

PM
PersonalInjury_Mike · 7. Januar 2026

PI-Anwalt hier. Unser Fachbereich ist in der klassischen Suche extrem umkämpft.

KI-Suche ist anders und gefällt mir:

Bei Google kämpfen wir um Rankings gegen Kanzleien mit größeren Werbebudgets. Bei KI-Empfehlungen zählen offenbar echte Autoritätssignale.

Was für uns funktioniert:

  • Dokumentierte Prozessergebnisse (wo erlaubt auch mit Urteilssummen)
  • Fachspezifische Zertifikate deutlich sichtbar
  • Medizinrechtliche Expertise hervorgehoben
  • Standortbezogene Landingpages

Das Beste daran:

Wenn jemand KI fragt „bester Anwalt für Autounfälle in [Stadt]“, kommt eine Empfehlung anhand von Signalen – nicht wer am meisten zahlt. Es wirkt meritokratischer.

Wir tracken das jetzt mit Am I Cited und sehen stetige Verbesserungen durch gezielte Optimierung.

EP
EthicsCompliance_Patricia Beraterin für Rechts-Ethik · 6. Januar 2026

Ein Wort zur Ethik:

Was Sie NICHT steuern können:

Was KI über Sie sagt. Wenn ChatGPT Ihre Kanzlei empfiehlt, ist das keine „Werbung“ – die KI trifft diese Aussage eigenständig.

Was Sie steuern können:

Die Korrektheit Ihrer veröffentlichten Informationen. Wenn Ihre Profile falsche oder irreführende Angaben enthalten und KI-Systeme das übernehmen, kann das zum Ethikproblem werden.

Praktische Empfehlungen:

  1. Prüfen Sie alle Verzeichnisprofile auf Richtigkeit
  2. Stellen Sie sicher, dass alle angegebenen Qualifikationen aktuell und verifiziert sind
  3. Keine Behauptungen aufstellen, die Sie nicht belegen können
  4. Alles dokumentieren – Prozessergebnisse, Spezialisierungen, Qualifikationen

KI verstärkt alles, was draußen ist. Sorgen Sie dafür, dass alles korrekt und compliant ist.

LD
LegalMarketer_David OP Marketingleiter, mittelgroße Kanzlei · 6. Januar 2026

Genau das habe ich gebraucht. Mein Aktionsplan basierend auf diesem Thread:

Sofort (diesen Monat):

  • Alle Anwaltsprofile auf Konsistenz und Qualifikationen prüfen
  • LegalService- und Person-Schema auf der Website implementieren
  • Alle Verzeichnisprofile beanspruchen und ausfüllen
  • Google-Unternehmensprofil optimieren

Kurzfristig (Q1):

  • Fachgebietsspezifische Landingpages mit klaren Expertise-Signalen erstellen
  • Prozessergebnisse strukturiert dokumentieren
  • KI-Sichtbarkeitsmonitoring mit Am I Cited einrichten
  • Anwälte schulen, konsistente Profile zu pflegen

Langfristig (dieses Jahr):

  • Vortrags-/Publikationsmöglichkeiten für Schlüsselanwälte fördern
  • Wikipedia-Präsenz für Kanzlei und Senior-Partner aufbauen
  • Standortbezogene Inhalte für Kernmärkte entwickeln
  • Zusammenhang zwischen Optimierung und Mandantengewinnung messen

Die Erkenntnis, dass KI-Sichtbarkeit meritokratischer sein kann als bezahlte Suche, ist ermutigend. Wir haben vielleicht nicht das größte Werbebudget, aber wir können die best-strukturierten Daten haben.

Danke an alle für die praxisnahen Tipps.

LS
LegalTechConsultant_Sarah Expert · 6. Januar 2026
Replying to LegalMarketer_David

Guter Plan. Ein Zusatz:

Verfolgen Sie die spezifischen Suchanfragen, die für Ihre Kanzlei zählen.

Nicht nur „Anwälte in [Stadt]“, sondern:

  • „[Fachbereich] Anwalt [Stadt]“
  • „Bester Anwalt für [konkretes Anliegen]“
  • „Wer übernimmt [Falltyp] in [Gerichtsbarkeit]“

Verschiedene Suchanfragen führen zu unterschiedlichen Sichtbarkeitsmustern. Zu wissen, welche Anfragen Sie gewinnen wollen, hilft bei gezielter Optimierung.

KI-Sichtbarkeit im Rechtsbereich steckt noch in den Kinderschuhen. Kanzleien, die das jetzt verstehen, werden einen deutlichen Vorteil haben, wenn mehr Mandanten KI zur Anwaltssuche nutzen.

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Frequently Asked Questions

Wie erscheinen Kanzleien in KI-generierten Empfehlungen?
Kanzleien erscheinen in KI-Antworten basierend auf strukturierten Daten, überprüften Qualifikationen, Medienberichterstattung, Verzeichnispräsenz und klarer Fachgebietskompetenz. KI-Systeme bewerten Anwaltsqualifikationen, Zulassungen, Prozessergebnisse und Mandantenbewertungen, um zu entscheiden, welche Kanzleien für bestimmte juristische Anliegen empfohlen werden.
Welche Daten nutzen KI-Systeme, um Anwälte zu empfehlen?
KI-Systeme greifen auf juristische Verzeichnisse (Chambers, Martindale-Hubbell, Avvo, SuperLawyers), Google-Unternehmensprofile, Medienberichte, Kanzleiwebsites mit korrektem Schema-Markup und überprüfte Kammerdaten zu. Kanzleien mit konsistenten, verifizierten Informationen über diese Quellen werden mit höherer Wahrscheinlichkeit empfohlen.
Wie wichtig ist die Überprüfung von Anwaltsqualifikationen für die KI-Sichtbarkeit?
Sehr wichtig. KI-Systeme priorisieren die Empfehlung von Anwälten mit überprüfbaren Qualifikationen, einschließlich Zulassungen, Zertifizierungen und dokumentierten Prozesserfolgen. Inkonsistente oder nicht überprüfbare Angaben verringern das Vertrauen der KI in Empfehlungen – korrekte Dokumentation ist entscheidend für Sichtbarkeit.
Können kleine Kanzleien mit großen Kanzleien bei der KI-Suche konkurrieren?
Ja, besonders bei Nischengebieten und lokalen Suchen. KI-Systeme empfehlen basierend auf Relevanz und Autorität für bestimmte Suchanfragen, nicht nach Kanzleigröße. Eine kleine Kanzlei mit ausgeprägter Expertise in einem bestimmten Bereich kann größere Generalisten bei gezielten Suchanfragen übertreffen.

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Verfolgen Sie, wie Ihre Kanzlei in KI-generierten juristischen Empfehlungen erscheint. Erfahren Sie, wann potenzielle Mandanten KI nach Anwälten in Ihrem Fachgebiet und Standort fragen.

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