Discussion AI Advertising Industry Trends

Bekommen KI-Suchergebnisse Werbung? Mir fällt auf, dass manche Antworten sehr 'gesponsert' wirken – sieht das noch jemand?

DI
DigitalSkeptic_James · Leiter Digitales Marketing
· · 92 upvotes · 12 comments
DJ
DigitalSkeptic_James
Leiter Digitales Marketing · 5. Januar 2026

Etwas beschäftigt mich in letzter Zeit bei KI-Suchergebnissen.

Was mir auffällt:

Wenn ich KI-Plattformen nach Empfehlungen frage, wirken manche Antworten … zu glatt? Zu werblich? Als hätte jemand für diese Platzierung bezahlt.

Beispiele:

  • Perplexity nach Software-Empfehlungen gefragt – bestimmte Produkte werden mit perfekter Werbesprache hervorgehoben
  • ChatGPT empfiehlt zuerst bestimmte Marken, obwohl es objektiv bessere Optionen gibt
  • Google AI Overviews zeigen bestimmte Produkte besonders prominent

Meine Fragen:

  • Nehmen diese KI-Plattformen Werbegelder?
  • Falls ja, wie transparent gehen sie damit um?
  • Gibt es eine Möglichkeit, organische Empfehlungen von bezahlten zu unterscheiden?
  • Für Marketer: Sollten wir uns mit bezahlten KI-Platzierungen beschäftigen?

Ich habe grundsätzlich nichts gegen Werbung – ich will nur verstehen, was hier passiert.

12 comments

12 Kommentare

AS
AIIndustryWatch_Sarah Expert KI-Branchenanalystin · 5. Januar 2026

James, das ist momentan eine der größten Fragen in der KI-Branche. Hier der aktuelle Stand:

Plattformen im Überblick:

PlattformAktueller Werbe-StatusWas kommt
ChatGPTKeine Werbung in AntwortenTestet Modelle, nichts angekündigt
ClaudeKeine WerbungAnthropic fokussiert auf Sicherheit, Werbung kurzfristig unwahrscheinlich
PerplexityTestet Werbung (gesponserte Folgefragen)Ausbau des Werbeprogramms
Google AI OverviewsBeinhaltet klassische Google AdsWahrscheinlich tiefere Integration
Microsoft CopilotBing Ads IntegrationWerbung in manchen Antworten

Das „glatte“ Gefühl, das du bemerkst:

Das muss nicht Werbung sein. Es könnte sein:

  1. KI zieht aus gut optimierten Marketinginhalten
  2. Marken mit besser strukturierten Daten werden genauer zitiert
  3. Aktualitätsbias zu neuerem, werblicherem Content
  4. Trainingsdaten enthalten Marketingmaterialien

Das Transparenz-Problem:

Derzeit gibt es keinen Standard zur Kennzeichnung KI-nativer Werbung. Das ist eine große regulatorische Lücke, die 2026-2027 vermutlich adressiert wird.

DJ
DigitalSkeptic_James OP · 5. Januar 2026
Replying to AIIndustryWatch_Sarah
Die Perplexity-Tests sind interessant. Was genau sind „gesponserte Folgefragen“? Ist das wie eine Empfehlung, was man als Nächstes fragen soll?
AS
AIIndustryWatch_Sarah · 5. Januar 2026
Replying to DigitalSkeptic_James

Genau. Nachdem du eine Antwort erhalten hast, schlägt Perplexity Folgefragen vor. Einige davon können gesponsert sein.

Beispiel: Du fragst: „Bestes Projektmanagement-Tool“ Du bekommst: Organische Antwort mit Optionen Vorgeschlagene Folgefragen: „Wie schneidet [Bezahlter Sponsor] im Vergleich zu Alternativen ab?“

Die Kernantwort bleibt organisch, aber die gesponserte Frage lenkt dich zu einem bestimmten Produkt.

Warum dieses Modell:

  • Weniger aufdringlich als Antwort-Manipulation
  • Klare Trennung zwischen organisch und gesponsert
  • Erhält das Nutzervertrauen in den Hauptantworten

Es ist clever – sie monetarisieren den Entdeckungspfad, nicht die Antwort selbst.

AM
AdTechExec_Michael VP, KI-Werbeplattform · 4. Januar 2026

Ich arbeite im KI-Werbemarkt. Hier die Insider-Perspektive:

Der Monetarisierungsdruck ist real:

KI-Plattformen verursachen hohe Betriebskosten. Die Rechenkosten für ChatGPT/GPT-4-Antworten sind erheblich. Jede Plattform sucht nach Monetarisierungsmöglichkeiten.

Was aktuell getestet wird:

  1. Gesponserte Vorschläge (Perplexity) – Bereits aktiv
  2. Markenpartnerschaften – Manche Plattformen haben Deals mit bestimmten Marken
  3. Enterprise API-Preise – Haupt-Monetarisierung bei OpenAI aktuell
  4. Affiliate-Beziehungen – Provisionen für Vermittlungen
  5. Klassische Display-Werbung – Googles Ansatz mit AI Overviews

Was Marken tun:

Clevere Marken warten nicht auf offizielle Werbeprogramme. Sie:

  • Optimieren Inhalte, um organisch zitiert zu werden
  • Bauen Beziehungen zu KI-Plattform-Teams auf
  • Erstellen Content, den KI gern zitiert
  • Investieren in strukturierte Daten und Autoritäts-Signale

Wenn die Werbeprogramme vollständig starten, bleibt organische Sichtbarkeit relevant – wie SEO trotz Google Ads weiterhin wichtig ist.

CL
ConsumerAdvocate_Linda · 4. Januar 2026

Perspektive der Verbraucher – und ich bin besorgt.

Das Kernproblem:

Bei klassischer Suche sind Anzeigen wenigstens ALS Anzeigen gekennzeichnet. Wenn KI eine Antwort gibt, die wie eine objektive Empfehlung klingt, aber in Wirklichkeit bezahlt ist, ist das irreführend.

Was wir fordern sollten:

  1. Klare Kennzeichnung, wenn bezahlter Einfluss Antworten beeinflusst
  2. Transparenz über Datenquellen und kommerzielle Beziehungen
  3. Prüfbarkeit für Behörden, die KI-Empfehlungslogik zu untersuchen
  4. Nutzerkontrolle, um kommerzielle Inhalte ausblenden zu können

Die Regulierungslücke:

FTC-Regeln betreffen Werbung und Empfehlungen in klassischen Medien. KI-Empfehlungen bewegen sich im Graubereich. Ich rechne mit Regulierung 2026-2027.

Bis dahin:

Seid skeptisch gegenüber KI-Empfehlungen – wie bei Googles Top-Ergebnissen. Prüft unabhängige Quellen. Geht von kommerziellem Einfluss aus, auch wenn er nicht offengelegt wird.

MR
MarketingCMO_Rachel CMO, E-Commerce-Unternehmen · 4. Januar 2026

Perspektive aus dem Marketing – so gehen wir aktuell vor:

Unser Ansatz:

Wir behandeln KI-Sichtbarkeit wie organische Suche + PR, nicht wie bezahlte Werbung:

  1. Content-Qualität – Wirklich hilfreicher Content, den KI gern zitiert
  2. Autorität aufbauen – In autoritativen Quellen erwähnt werden
  3. Strukturierte DatenInhalte für KI verständlich machen
  4. Bewertungsmanagement – Authentische Bewertungs-Signale stärken

Was wir NICHT tun:

  • Auf offizielle KI-Werbeprogramme warten
  • Für dubiose „KI-Platzierungs“-Dienste zahlen (es gibt Betrugsmaschen)
  • Annehmen, dass KI-Sichtbarkeit ausschließlich gekauft werden kann

Warum das wichtig ist:

Auch bei vollständigem KI-Werbestart bleibt organische Sichtbarkeit Grundvoraussetzung. Unternehmen mit starker organischer Präsenz profitieren später auch bei bezahlter Verstärkung.

Wie bei Google: Gute organische Platzierung UND die Möglichkeit, Anzeigen zu buchen. Das wird auch bei KI so sein.

SC
SmallBizOwner_Carlos · 3. Januar 2026

Kleinunternehmer und besorgt:

Meine Sorge:

Wenn KI zu „Pay-to-Play“ wird, verlieren kleine Unternehmen wieder. Wir können beim Werbebudget nicht mit Großkonzernen mithalten.

Was ich aktuell mache:

Organische KI-Sichtbarkeit aufbauen, solange es noch überwiegend organisch ist. Qualitativen Content erstellen, Bewertungen sammeln, lokale Präsenz stärken.

Der Lichtblick:

KI scheint hilfreichen, spezifischen Content zu bevorzugen – unabhängig vom Budget. Mein Nischen-Content erscheint sogar gegen große Wettbewerber, weil er relevanter für bestimmte Fragen ist.

Falls/wenn Werbung kommt, hoffe ich, dass organische Sichtbarkeit weiterhin Basispräsenz ermöglicht. Genau wie bei Google neben den Anzeigen.

AD
AIEthicist_Dr_Chen Expert · 3. Januar 2026

Akademische Perspektive auf KI-Werbeethik:

Der grundlegende Widerspruch:

KI-Assistenten werden als hilfreiche, objektive Berater positioniert. Werbung steht diesem Anspruch entgegen. Nutzer vertrauen KI-Empfehlungen anders als Suchergebnissen.

Forschungsergebnisse:

Studien zeigen: Nutzer empfinden KI-Empfehlungen als objektiver als Suchergebnisse. Gibt es versteckte Werbung, sind sie leichter beeinflussbar, weil sie weniger skeptisch sind.

Was ethische KI-Werbung ausmacht:

  1. Klare Kennzeichnung – „Diese Antwort enthält gesponserte Inhalte“
  2. Trennung – Organische Antworten vs. bezahlte Empfehlungen deutlich unterscheiden
  3. Opt-out – Nutzer können werbefreie Erfahrung wählen
  4. Prüfbarkeit – Transparenz, was Antworten beeinflusst

Der besorgniserregende Weg:

Wenn Plattformen Werbung ohne Offenlegung integrieren, untergräbt das das Vertrauen, das KI-Assistenten wertvoll macht.

PT
PerplexityUser_Tom · 3. Januar 2026

Ich nutze Perplexity täglich und beobachte die gesponserten Inhalte:

Was mir auffällt:

Die gesponserten Folgefragen sind klar gekennzeichnet („Gesponsert“). Perplexity ist hier transparent.

Beispiel von gestern: Anfrage: „Beste Noise-Cancelling-Kopfhörer 2026“ Antwort: Organische Empfehlungen mit Quellenangaben Folgefragen:

  • „Wie sind diese fürs Reisen?“ (organisch)
  • „Was ist das Besondere an [Marke X] Kopfhörern?“ (Gesponsert)

Mein Fazit:

Das wirkt ethischer als versteckte Integration. Die Hauptantwort bleibt organisch und belegt. Das Gesponserte ist klar als Anstoß, nicht als Antwort, erkennbar.

Aber ich achte darauf:

Ob gesponserte Inhalte irgendwann die Hauptantworten beeinflussen. Diese Grenze sollte Perplexity nicht überschreiten.

PJ
PaidMediaLead_Jessica Leiterin Paid Media · 2. Januar 2026

Für Marketer, die sich jetzt fragen, was zu tun ist:

Unsere 2026 KI-Sichtbarkeitsstrategie:

Organisch (80% des Aufwands):

  • Inhalte auf KI-Zitierbarkeit optimieren
  • Strukturierte Daten umsetzen
  • Autorität durch Erwähnungen Dritter aufbauen
  • Bewertungen generieren und managen

Bezahlnahe Maßnahmen (20%):

  • Perplexity-Sponsoring testen (wo möglich)
  • Google Ads in AI Overviews
  • Neue KI-Werbemöglichkeiten beobachten
  • Beziehungen zu Plattform-Teams aufbauen

Warum 80/20:

Organische KI-Sichtbarkeit ist das Fundament. Bezahloptionen sind begrenzt und noch in den Kinderschuhen. Bestes ROI gibt es weiterhin bei organischer Optimierung.

Mein Rat an Kunden:

„KI-Werbung kommt, aber ist derzeit noch nicht bedeutend. Jetzt auf organische Sichtbarkeit konzentrieren. Wenn Werbung reift, haben Sie bereits eine starke Basis zum Verstärken.“

IM
InvestorPerspective_Mark · 2. Januar 2026

VC-Perspektive zur KI-Monetarisierung:

Die wirtschaftliche Realität:

KI-Plattformen müssen Geld verdienen. Aktuelle Lage:

  • OpenAI verbrennt Milliarden mit ChatGPT-Betrieb
  • Perplexity sammelte 73 Mio. USD ein, braucht einen Einnahmepfad
  • Selbst Google AI Overviews sind teurer als klassische Suche

Meine Prognose:

  1. 2025-2026: Werbe-Experimente (da sind wir jetzt)
  2. 2026-2027: Standardisierte KI-Werbeprodukte entstehen
  3. Ab 2027: KI-Werbung wird Mainstream-Kanal

Investment-Implikationen:

Marken, die jetzt in organische KI-Sichtbarkeit investieren, steigern künftige Werbeeffizienz. Sobald Paid-Optionen reif sind, haben sie:

  • Organische Basispräsenz
  • Verständnis, welcher Content zitiert wird
  • Daten, welche Anfragen Wert bringen
  • Wettbewerbsvorteil gegenüber Spätstartern

Das ist wie SEO 2005 – das Zeitfenster für Chancen bleibt nicht ewig offen.

DJ
DigitalSkeptic_James OP Leiter Digitales Marketing · 2. Januar 2026

Dieser Thread war sehr aufschlussreich. Mein Fazit:

Aktueller Stand:

  • KI-Werbung steckt noch in den Kinderschuhen, kommt aber schnell
  • Perplexity ist am weitesten mit transparenten gesponserten Fragen
  • ChatGPT und Claude sind noch überwiegend organisch
  • Google integriert klassische Werbung in AI Overviews

Was „gesponsert“ wirkt, könnte sein:

  • Gut optimierter Marketing-Content wird zitiert
  • Marken mit starken strukturierten Daten werden akkurat dargestellt
  • Noch keine echten bezahlten Platzierungen (bisher)

Mein Aktionsplan:

  1. 80% Fokus auf organische KI-Sichtbarkeit (Content, Autorität, Struktur)
  2. Perplexity-Sponsoring testen, falls relevant
  3. Google Ads für AI Overviews aktiv halten
  4. Neue KI-Werbeprodukte beim Start beobachten

Das große Ganze:

KI-Werbung wird ein großer Kanal. Marken, die jetzt organisch präsent sind, haben später einen Vorteil, wenn Paid Amplification startet.

Danke an alle für die Branchen-Insights und die ehrlichen Perspektiven.

Have a Question About This Topic?

Get personalized help from our team. We'll respond within 24 hours.

Frequently Asked Questions

Wie funktionieren gesponserte Ergebnisse in der KI-Suche?
Anfang 2026 haben große KI-Plattformen wie ChatGPT und Claude noch keine expliziten gesponserten Ergebnisse. Allerdings hat Perplexity gesponserte Folgefragen eingeführt und testet Werbemodelle. Google AI Overviews kann traditionelle Google Ads zusammen mit KI-generierten Inhalten anzeigen. Die Monetarisierung der KI-Suche entwickelt sich weiterhin rasant.
Kann man für eine Platzierung in ChatGPT-Antworten bezahlen?
Nein, es gibt derzeit keine Möglichkeit, direkt für eine Platzierung in ChatGPT-Antworten zu bezahlen. ChatGPT generiert Antworten basierend auf Trainingsdaten und (bei aktivierter Websuche) aktuellen Web-Ergebnissen. Sichtbarkeit entsteht durch organische Signale wie Inhaltsqualität, Autorität und Erwähnungen durch Quellen, auf die sich ChatGPT bezieht.
Führt Perplexity Werbung ein?
Ja, Perplexity hat begonnen, Werbung zu testen, einschließlich gesponserter Folgefragen. Die Plattform sucht nach Wegen zur Monetarisierung, ohne dabei das Vertrauen der Nutzer zu verlieren. Die Hauptantworten basieren jedoch weiterhin auf organischen Quellen. Werbetreibende können verwandte Fragen beeinflussen, aber nicht direkt den Haupt-Antwortinhalt.

Überwachen Sie Ihre KI-Sichtbarkeit (organisch)

Verfolgen Sie, wie Ihre Marke in organischen KI-Antworten erscheint. Verstehen Sie, wann und warum KI-Systeme Sie empfehlen – ganz ohne bezahlte Platzierungen.

Mehr erfahren