Discussion Google SEO AI Ranking

Wie genau funktioniert Googles KI-Ranking? RankBrain, BERT, MUM – ich bin verwirrt

SE
SEOManager_James · SEO-Manager bei B2B SaaS
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SJ
SEOManager_James
SEO-Manager bei B2B SaaS · 29. Dezember 2025

Ich versuche, Googles KI-Ranking-Systeme zu verstehen, und mir schwirrt der Kopf. Es gibt RankBrain, BERT, Neural Matching, MUM … Wie funktionieren diese Systeme zusammen?

Was ich bisher verstanden habe:

  • RankBrain wurde 2015 eingeführt – irgendwas mit Intentionserkennung
  • BERT kam 2019 – natürliches Sprachverständnis
  • MUM soll angeblich 1000-mal leistungsstärker als BERT sein
  • Neural Matching hilft bei der Konzeptfindung

Meine Verwirrung:

  • Ersetzen sich diese Systeme gegenseitig oder arbeiten sie zusammen?
  • Was ist für meine SEO-Strategie am wichtigsten?
  • Wie optimiere ich für KI-Ranking im Vergleich zu traditionellem SEO?
  • Ist Keyword-Optimierung jetzt tot?

Beobachtung aus der Praxis: Wir stehen für einige Long-Tail-Keywords auf Platz 1, aber Google scheint zu verstehen, dass andere Seiten die Nutzerintention besser erfüllen, und rankt uns bei breiteren Suchanfragen niedriger. Ist das RankBrain oder BERT?

Suche nach jemandem, der wirklich versteht, wie diese Systeme zusammenspielen.

12 comments

12 Kommentare

GS
GoogleAlgorithmExpert_Sarah Expert Ehemalige Google Search Quality Analystin · 29. Dezember 2025

James, ich breche es herunter. Diese Systeme ergänzen sich, sie ersetzen sich nicht.

Der Ensemble-Ansatz:

Googles Ranking nutzt mehrere KI-Systeme, die zusammenarbeiten. Sie werden je nach Suchanfrage-Typ zu unterschiedlichen Zeiten und in verschiedenen Kombinationen aktiviert.

SystemEinführungHauptaufgabeWann es aktiviert wird
RankBrain2015IntentionserkennungNeue/mehrdeutige Anfragen
Neural Matching2018KonzeptfindungBreite Konzept-Suchen
BERT2019SprachverständnisFast alle Anfragen
MUM2021Multimodales VerständnisSpezialisierte Anwendungen

Wie sie zusammenarbeiten:

  1. RankBrain verarbeitet die 15 % der Anfragen, die Google noch nie gesehen hat
  2. BERT versteht die Bedeutung deiner konkreten Anfrage
  3. Neural Matching findet Seiten, die zu den Konzepten passen (nicht nur zu Keywords)
  4. MUM übernimmt komplexe, multimodale Aufgaben

Wichtige Erkenntnis:

Google fragt: “Welche Seite beantwortet die Intention des Nutzers am besten?” Nicht: “Welche Seite enthält die meisten Keyword-Übereinstimmungen?”

Deine Beobachtung, dass ihr bei breiteren Suchanfragen niedriger rankt, ist wahrscheinlich das Zusammenspiel von RankBrain + BERT – sie erkennen, dass Nutzer für breite Anfragen andere Inhalte suchen als das, was ihr bietet.

SJ
SEOManager_James OP · 29. Dezember 2025
Replying to GoogleAlgorithmExpert_Sarah

Wenn ich das richtig verstehe, ist die Optimierung auf Intention wichtiger als auf Keywords?

Und wenn du sagst, dass BERT Sprache besser versteht – heißt das, dass kleine Wörter jetzt wichtiger sind? Ich habe gehört, BERT hätte verändert, wie Google Präpositionen liest.

GS
GoogleAlgorithmExpert_Sarah · 29. Dezember 2025
Replying to SEOManager_James

Ja, Intent-Optimierung > Keyword-Optimierung.

BERT wurde extra entwickelt, um Kontext und kleine Wörter zu verstehen.

Vor-BERT-Beispiel: Anfrage: “Kann man für jemanden Medikamente Apotheke bekommen” Google konzentrierte sich auf: “Medikamente” “Apotheke” Übersah: Das Wort “für” (Medikamente FÜR jemand anderen besorgen)

Nach-BERT: Google versteht, dass “für” alles verändert – der Nutzer will wissen, wie man Rezepte für andere abholt.

Kleine Wörter, die BERT besser versteht:

  • “von” vs “zu”
  • “für” vs “über”
  • “ohne” vs “mit”
  • “vor” vs “nach”

Praktische Auswirkung:

Deine Inhalte müssen exakt zur Frage passen, die Nutzer stellen. “Wie mache ich X” ist etwas anderes als “Was ist X”, selbst wenn beide dieselben Keywords enthalten.

Der Wandel:

  • Altes SEO: “Keyword 5-mal einbauen”
  • Neues SEO: “Exakt die Nutzerfrage beantworten”
DT
DataScienceExpert_Tom ML Engineer, Suchbranche · 28. Dezember 2025

Technische Erklärung, wie RankBrain Qualität misst:

RankBrain überwacht zwei Hauptsignale:

  1. Klickrate (CTR) – Klicken Nutzer auf dein Ergebnis?
  2. Verweildauer – Wie lange bleiben sie?

Der Feedback-Loop:

Nutzer sucht → Sieht Ergebnisse → Klickt ein Ergebnis → Entweder:
  - Bleibt (positives Signal) → Ranking steigt
  - Kehrt schnell zurück (Pogo-Sticking) → Ranking sinkt

Forschungsergebnisse:

Google testete RankBrain gegen menschliche Ingenieure, um die beste Seite für Suchanfragen zu finden. RankBrain schnitt um 10 % besser ab.

Was das für dich bedeutet:

MetrikAuswirkungVerbesserungstipps
Niedrige CTRRanking-AbfallBesserer Titel/Beschreibung
Hohe AbsprungrateNegatives SignalInhalte auf Intention abstimmen
Lange VerweildauerPositives SignalUmfassende Inhalte
Pogo-StickingStark negativFrage vollständig beantworten

Dein Title-Tag ist wichtiger denn je. Er muss den Klick verdienen UND dein Inhalt muss die Suchintention erfüllen.

CL
ContentStrategist_Lisa Expert · 28. Dezember 2025

Ich beantworte mal die Frage “Ist Keyword-Optimierung tot?”.

Kurze Antwort: Traditionelle Keyword-Optimierung ist tot. Semantische Optimierung ist essenziell.

Was RankBrain abgeschafft hat:

Die Praxis, für jede kleine Keyword-Variante eigene Seiten zu erstellen:

  • “bestes Keyword-Recherche-Tool”
  • “bestes Tool für Keyword-Recherche”
  • “Keyword-Recherche-Tool bestes”

RankBrain versteht, dass es sich um identische Anfragen handelt. Google zeigt für alle fast die gleichen Ergebnisse.

Was jetzt funktioniert:

  1. Eine umfassende Seite pro Thema
  2. Semantische Abdeckung – verwandte Begriffe und Konzepte
  3. Themencluster – unterstützende Seiten, die auf Hauptinhalte verlinken
  4. Entitäten-Optimierung – alle Aspekte des Themas abdecken

Beispiel:

Alter Ansatz (5 Seiten):

  • bestes-crm-software.html
  • top-crm-tools.html
  • crm-software-vergleich.html
  • bestes-crm-für-unternehmen.html
  • crm-tool-bewertungen.html

Neuer Ansatz (1 umfassende Seite):

  • bestes-crm-software.html (alle Blickwinkel, 3000+ Wörter)
  • Unterstützende Seiten verlinken für spezielle Anwendungsfälle

Die eine umfassende Seite rankt automatisch für tausende Keyword-Varianten.

TM
TechnicalSEO_Mike · 28. Dezember 2025

Neural Matching verdient hier mehr Aufmerksamkeit.

Was Neural Matching macht:

Es versteht breitere Repräsentationen von Konzepten, nicht nur Keywords.

Beispielanfrage: “Tipps wie man einen Grünen managt”

Traditionelle Suche: Hat Schwierigkeiten, weil Wörter auf keiner Seite genau passen

Neural Matching: Erkennt, dass es um den “grünen” Persönlichkeitstyp aus farbbasierten Persönlichkeitstests geht, liefert Management-Tipps für diesen Typ

Warum das wichtig ist:

Deine Inhalte können für Anfragen ranken, die deine exakten Keywords gar nicht enthalten, wenn:

  1. Die Konzepte übereinstimmen
  2. Deine Inhalte die zugrundeliegende Intention ansprechen
  3. Du das Thema umfassend behandelst

Optimierungsstrategie:

Überlege, wie Menschen auf unterschiedliche Weise nach deinem Thema fragen könnten:

  • Direkte Fragen
  • Indirekte Hinweise
  • Verwandte Konzepte
  • Angrenzende Themen

Decke sie alle ab, und Neural Matching verbindet die Punkte.

AD
AISearchResearcher_David · 27. Dezember 2025

Sprechen wir über MUM – die Zukunft der Google-Suche.

MUM-Fähigkeiten:

  • 1000-mal leistungsstärker als BERT
  • Kann Sprache verstehen und generieren
  • Auf 75 Sprachen gleichzeitig trainiert
  • Multimodal (Text, Bilder, eventuell Video)

Aktuelle MUM-Anwendungen:

  • COVID-19-Impfstoffinformationen
  • Google Lens visuelle + Textsuchen
  • Noch nicht für das allgemeine Ranking eingesetzt

Was zu erwarten ist:

MUM wird zukünftig ermöglichen:

  • Komplexe Multi-Turn-Anfragen
  • Sprachübergreifende Suche (auf Englisch suchen, Ergebnisse auf Japanisch finden)
  • Bild- und Text-Kombinationen
  • Tiefere logische Schlussfolgerungen

Strategische Auswirkung:

Mach deine Inhalte zukunftssicher, indem du:

  1. Visuelle Elemente einbaust (Bilder, Diagramme)
  2. Themen umfassend behandelst
  3. Thematische Autorität aufbaust (nicht nur Einzelseiten optimierst)
  4. Global denkst (konsistente Botschaften über Sprachen hinweg)
LE
LocalSEO_Expert_Rachel · 27. Dezember 2025

Wie KI-Ranking speziell die lokale Suche beeinflusst:

Standort + Intentionserkennung:

Googles KI-Systeme verstehen, dass “Fußball” je nach Ort etwas anderes bedeutet:

  • Chicago → American Football, Bears
  • London → Fußball, Premier League

Lokale Relevanzsignale, die KI bewertet:

SignalFunktionsweise
NutzerstandortSuchergebnisse gewichten Nähe höher
UnternehmenstypKategorien sind wichtiger als Keywords
Lokale Intention“in der Nähe” aktiviert Local Pack
Historisches VerhaltenSuchverlauf beeinflusst Ergebnisse

Für lokale Unternehmen:

Nicht nur auf Keywords optimieren. Optimiere für:

  • Deinen spezifischen Standortkontext
  • Die Probleme, die lokale Nutzer lösen wollen
  • Die Sprachmuster deiner lokalen Zielgruppe

RankBrain und BERT verstehen lokalen Kontext. Nutze das zu deinem Vorteil.

EK
EnterpriseMarketer_Kevin · 26. Dezember 2025

Enterprise-Perspektive auf das KI-Ranking:

Die Herausforderung:

Große Websites mit tausenden Seiten können nicht jede Seite einzeln optimieren. Wir brauchen skalierbare Strategien.

Unser Ansatz:

  1. Themenarchitektur – Inhalte in klare Hierarchien gliedern
  2. Template-Optimierung – Sicherstellen, dass Vorlagen semantische Elemente enthalten
  3. Automatisierte Qualitätssignale – Autorenangabe, Veröffentlichungsdaten, strukturierte Daten
  4. Interne Verlinkung – Google Beziehungen zwischen Inhalten zeigen

Was KI-Ranking für Unternehmen bedeutet:

Alter AnsatzNeuer Ansatz
Keyword-überladene SeitenUmfassende Themen-Hubs
Dünne Inhalte in MasseHochwertige Inhalte, weniger Seiten
Exakte Keyword-URLsSemantische URL-Strukturen
Isolierte SeitenVernetzte Themencluster

Ergebnisse:

Nach Umstellung auf Themen statt Keywords:

  • 47 % mehr Long-Tail-Traffic
  • 23 % bessere Engagement-Metriken
  • 180 % mehr Featured Snippets

KI-Ranking belohnt Websites, die um Themen und nicht um Keywords aufgebaut sind.

CA
ConversionOptimizer_Amy · 26. Dezember 2025

Die CRO-Perspektive auf das KI-Ranking:

RankBrains Engagement-Signale erzeugen einen Feedback-Loop:

Gute Inhalte → Nutzer bleiben → Rankings steigen → Mehr Traffic → Mehr Daten → Noch bessere Rankings

Das Gegenteil gilt auch:

Schlechte Passung → Nutzer springen ab → Rankings sinken → Weniger Traffic → Noch schlechtere Rankings

Praktische Verbesserungen:

  1. Antwort above the fold – Gib Nutzern sofort, was sie suchen
  2. Überblickbares Format – Überschriften, Aufzählungen, kurze Absätze
  3. Visuelle Hierarchie – Lenke den Blick auf wichtige Infos
  4. Klare nächste Schritte – Was sollen Nutzer nach dem Lesen tun?

Unsere Testergebnisse:

Seite mit Antwort erst im dritten Absatz:

  • Ø Verweildauer: 23 Sekunden
  • Absprungrate: 78 %

Gleicher Inhalt, Antwort direkt im ersten Absatz:

  • Ø Verweildauer: 3:47 Minuten
  • Absprungrate: 34 %

RankBrain hat es bemerkt. Das Ranking verbesserte sich in 6 Wochen um 12 Positionen.

AS
AIVisibilityTracker_Sam · 26. Dezember 2025

Nicht vergessen: Google KI-Ranking ≠ KI-Suchplattformen.

Googles KI-Ranking:

  • Bestimmt, welche Seiten in der klassischen Suche ranken
  • Nutzt RankBrain, BERT, Neural Matching, MUM
  • Zeigt (meistens) weiterhin Linklisten

KI-Suchplattformen (ChatGPT, Perplexity, Claude):

  • Generieren Antworten, keine Rankings
  • Zitieren Quellen inline
  • Andere Optimierungsstrategien

Die Überschneidung:

Inhalte, die im Google KI-Ranking gut abschneiden, werden oft auch von KI-Plattformen zitiert. Aber nicht immer.

Beides überwachen:

Tools wie Am I Cited ermöglichen es, Sichtbarkeit zu verfolgen bei:

  • Traditionellen Google-Rankings
  • Google KI-Überblicken
  • ChatGPT-Zitaten
  • Perplexity-Zitaten

Deine Google- und KI-Optimierungsstrategien sollten sich ergänzen, nicht konkurrieren.

SJ
SEOManager_James OP SEO-Manager bei B2B SaaS · 26. Dezember 2025

Dieser Thread hat viel geklärt. Hier mein aktualisiertes Verständnis:

Wie Googles KI-Systeme zusammenarbeiten:

  1. RankBrain – Verarbeitet neue Anfragen, misst Engagement-Signale (CTR, Verweildauer)
  2. BERT – Versteht die Bedeutung von Suchanfragen, besonders kleine Kontextwörter
  3. Neural Matching – Verbindet Konzepte zwischen Anfragen und Inhalten
  4. MUM – Zukünftig multimodales Verständnis (momentan begrenzt im Einsatz)

Wichtige Veränderungen in der SEO-Strategie:

Von → Zu:

  • Keywords → Intention
  • Viele dünne Seiten → Eine umfassende Seite
  • Keyword-Dichte → Semantische Abdeckung
  • Exakte Übereinstimmung → Konzept-Matching
  • Seitenoptimierung → Themencluster

Praktische Änderungen, die ich umsetze:

  1. Ähnliche Seiten zusammenführen zu umfassenden Ressourcen
  2. Titel für CTR optimieren (RankBrain achtet auf Klicks)
  3. Fragen direkt im ersten Absatz beantworten (Engagement-Signale)
  4. Themen umfassend abdecken (Neural Matching verbindet Konzepte)
  5. Exakte Sprachmuster der Nutzer treffen (BERT versteht Kontext)

Die wichtigste Erkenntnis:

Googles KI versucht zu verstehen, was Nutzer wirklich wollen, und Seiten zu finden, die diese Intention erfüllen. Optimiere für Nutzerzufriedenheit, und die KI wird es belohnen.

Danke an alle für die nachvollziehbaren, umsetzbaren Einblicke!

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Frequently Asked Questions

Was ist RankBrain und wie beeinflusst es das Ranking?
RankBrain ist Googles erstes Deep-Learning-System für die Suche, eingeführt 2015. Es versteht Suchintentionen, indem es Anfragen in mathematische Vektoren umwandelt, die Bedeutung repräsentieren. RankBrain verarbeitet täglich 15 % völlig neuer Suchanfragen und nutzt Engagement-Signale wie Klickrate und Verweildauer, um die Ergebnisqualität zu messen.
Wie unterscheidet sich BERT von RankBrain?
Während RankBrain versteht, wie Wörter mit Konzepten zusammenhängen, erkennt BERT (Bidirectional Encoder Representations from Transformers), wie Wortkombinationen unterschiedliche Bedeutungen ausdrücken. BERT wurde 2019 eingeführt und spielt eine entscheidende Rolle bei fast jeder englischsprachigen Suchanfrage, insbesondere beim Verständnis von Kontext und kleinen, aber wichtigen Wörtern wie Präpositionen.
Was ist MUM und wie leistungsstark ist es?
MUM (Multitask Unified Model) ist 1000-mal leistungsstärker als BERT und kann sowohl Sprache verstehen als auch generieren. Es ist auf 75 Sprachen trainiert und multimodal, das heißt, es kann Text, Bilder und möglicherweise auch Videos verstehen. MUM wird derzeit für spezialisierte Anwendungen und nicht für das allgemeine Ranking eingesetzt.

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