Was ist das Hub-and-Spoke-Modell?

Was ist das Hub-and-Spoke-Modell?

Was ist das Hub-and-Spoke-Modell?

Das Hub-and-Spoke-Modell ist ein zentrales Distributionssystem, bei dem Waren an einem zentralen Hub zusammengeführt und anschließend zu mehreren regionalen Spokes oder Fulfillment-Centern verteilt werden, um Lieferzeiten zu optimieren und Logistikkosten zu senken.

Das Hub-and-Spoke-Vertriebsmodell verstehen

Das Hub-and-Spoke-Modell ist eine Logistik- und Vertriebsstrategie, die dem Aufbau eines Fahrradrades ähnelt: Ein zentrales Hub dient als primärer Konsolidierungspunkt, von dem mehrere Spokes zu regionalen Distributionszentren ausstrahlen. Dieser zentrale Ansatz im Bestandsmanagement hat in modernen Lieferketten an Popularität gewonnen, insbesondere bei E-Commerce-Unternehmen, Einzelhändlern und Herstellern, die ihre Distributionsnetzwerke optimieren möchten. Das Modell verändert grundlegend den Warenfluss in der Lieferkette, indem es direkte Punkt-zu-Punkt-Lieferungen zugunsten eines koordinierten, zentralisierten Systems eliminiert, das die Effizienz steigert und die operative Komplexität reduziert.

Wie das Hub-and-Spoke-Modell funktioniert

Das Hub-and-Spoke-Distributionssystem folgt einem klar definierten Prozess, der mit der Konsolidierung des Bestands beginnt und mit der Auslieferung an den Kunden endet. Alle eingehenden Waren von verschiedenen Lieferanten werden zunächst an einen einzigen zentralen Hub geleitet, wo sie angenommen, geprüft und verarbeitet werden. Dieser Hub ist strategisch positioniert – oft in der Nähe großer Ballungsräume oder Verkehrsknotenpunkte –, um eine bessere Erreichbarkeit für Lieferanten und eine schnellere Verteilung zu den regionalen Zentren zu ermöglichen. Nach dem Eintreffen am Hub werden die Waren sortiert, organisiert und anschließend an mehrere regionale Spokes verteilt – das sind Fulfillment-Center oder Distributionspunkte, die näher an den Endkunden liegen. Von diesen Spoke-Standorten aus erfolgt die Zustellung auf der letzten Meile, sodass die Produkte schnell und effizient ihr Ziel erreichen.

Der entscheidende Unterschied zu traditionellen Punkt-zu-Punkt-Systemen ist erheblich. Bei Punkt-zu-Punkt-Systemen liefern die Lieferanten direkt an einzelne Fulfillment-Center oder Kunden, was ein komplexes Geflecht von Versandrouten erzeugt, das mit wachsendem Geschäft immer schwieriger zu steuern ist. Beim Hub-and-Spoke-Ansatz müssen Lieferanten ihren Bestand nur an einen einzigen Ort senden, was die Logistikkoordination erheblich vereinfacht und die Anzahl der erforderlichen Versandrouten reduziert. Diese Konsolidierung am Hub ermöglicht eine bessere Bestandstransparenz, effizientere Wareneingangsprozesse und die strategische Allokation der Produkte entsprechend der regionalen Nachfrage.

Zentrale Vorteile des Hub-and-Spoke-Modells

VorteilBeschreibungAuswirkung
KostenreduzierungZusammenführung der Sendungen im zentralen Hub ermöglicht Großverarbeitung und effizientere RoutenplanungDeutliche Einsparungen bei Transport- und Frachtkosten
Schnellere LieferzeitenBestände werden durch regionale Spokes näher an den Kunden positioniertKürzere Transportzeiten und höhere Kundenzufriedenheit
Verbesserte BestandskontrolleZentrale Verwaltung der Bestände über alle Standorte hinwegBessere Bedarfsprognose und weniger Überbestände
SkalierbarkeitNeue Spoke-Standorte können problemlos hinzugefügt werden, ohne das Gesamtsystem zu überarbeitenFlexibles Wachstum ohne größere operative Eingriffe
Höhere TransparenzEchtzeitverfolgung der Warenbewegungen im NetzwerkBessere Transparenz in der Lieferkette und fundiertere Entscheidungen
RessourcenoptimierungZentrale Annahme und Verarbeitung der WarenGeringere Personalkosten und effizientere Lagerprozesse

Das Hub-and-Spoke-Modell bietet erhebliche Vorteile, die sich direkt auf die Rentabilität und Effizienz eines Unternehmens auswirken. Einer der überzeugendsten Vorteile ist die Kostenreduzierung, da die Konsolidierung der Sendungen am zentralen Hub es ermöglicht, bessere Frachtraten auszuhandeln, indem Teilladungen (LTL) zu Komplettladungen (FTL) zusammengelegt werden. Durch diese Strategie lassen sich Transportkosten um 20–40 % gegenüber dem direkten Punkt-zu-Punkt-Versand senken. Darüber hinaus profitieren Lieferanten davon, nur eine Lieferung an den Hub vornehmen zu müssen, statt mehrere an unterschiedliche Fulfillment-Center, was ihre Transportkosten und den ökologischen Fußabdruck zusätzlich senkt.

Schnellere Lieferzeiten sind ein weiterer wesentlicher Vorteil, insbesondere für E-Commerce-Unternehmen in Märkten, in denen Zwei-Tages- oder Next-Day-Lieferungen zum Standard geworden sind. Durch die Positionierung der Bestände an regionalen Spokes näher an den Kunden lässt sich die Zeit für die letzte Meile der Auslieferung deutlich verkürzen. Auch die strategische Lage des Hubs an wichtigen Verkehrskorridoren beschleunigt die Wareneingangsprozesse, sodass die Bestände schneller ins Verteilnetz gelangen. Diese Kombination aus schnellerer Hub-Verarbeitung und Kundennähe durch die Spokes sorgt für einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil bei der Liefergeschwindigkeit.

Verbesserte Bestandskontrolle und Transparenz sind entscheidende Vorteile in der heutigen datengetriebenen Lieferkette. Durch das zentrale Management aller eingehenden Waren am Hub gewinnen Unternehmen beispiellose Einblicke in Bestände, Warenbewegungen und Nachfragemuster im gesamten Netzwerk. Diese zentrale Überwachung ermöglicht eine präzisere Bedarfsprognose und damit die gezielte Allokation der Bestände an die Spokes entsprechend der tatsächlichen Kundennachfrage statt bloßer Annahmen. Das Ergebnis sind weniger Überbestände in einigen Regionen, weniger Unterbestände in anderen, eine bessere Umschlagshäufigkeit und geringere Lagerhaltungskosten.

Skalierbarkeit und Flexibilität machen das Hub-and-Spoke-Modell besonders attraktiv für wachsende Unternehmen. Im Gegensatz zu starren Punkt-zu-Punkt-Systemen, die für neue Märkte oder Fulfillment-Standorte umfassende Umstrukturierungen erfordern, erlaubt der Hub-and-Spoke-Ansatz das schrittweise Hinzufügen neuer Spokes ohne Beeinträchtigung der bestehenden Abläufe. So können Unternehmen neue geografische Märkte erschließen, neue Vertriebskanäle starten oder ihre Distributionsstruktur flexibel an veränderte Marktbedingungen anpassen, ohne große Investitionen oder operative Umwälzungen zu riskieren.

Hub-and-Spoke vs. Punkt-zu-Punkt-Verteilung

Das Verständnis der Unterschiede zwischen diesen beiden Distributionsmodellen ist entscheidend für Unternehmen, die ihre Logistikstrategie bewerten. Das Punkt-zu-Punkt-Modell ist der traditionelle Ansatz, bei dem Lieferanten direkt an einzelne Fulfillment-Center oder Kunden liefern. Was auf den ersten Blick einfach erscheint, führt jedoch mit wachsendem Unternehmen zu erheblicher Komplexität. Angenommen, ein Unternehmen hat drei Lieferanten und fünf Fulfillment-Center: Das Punkt-zu-Punkt-Modell erfordert 15 verschiedene Versandrouten (3 Lieferanten × 5 Center). Mit jedem weiteren Lieferanten oder Fulfillment-Center wächst diese Zahl exponentiell – ein logistischer Albtraum hinsichtlich Koordination, Tracking und Kostenkontrolle.

Das Hub-and-Spoke-Modell löst dieses Komplexitätsproblem elegant. Im gleichen Szenario müssen die Lieferanten ihre Waren nur an einen Hub schicken, der dann an die fünf Fulfillment-Center verteilt. Die Anzahl der Hauptversandrouten reduziert sich so von 15 auf nur 8 (3 Lieferanten zum Hub + 5 vom Hub zu den Centern), und noch wichtiger: Die gesamte Koordination und das Bestandsmanagement sind an einem zentralen Punkt gebündelt. Mit weiterem Wachstum ist es dann einfach, neue Lieferanten oder Fulfillment-Center durch zusätzliche Routen zum oder vom Hub zu integrieren, ohne exponentiell mehr direkte Verbindungen zu schaffen.

Das Punkt-zu-Punkt-Modell behält in bestimmten Situationen dennoch Vorteile. Für Unternehmen mit sehr wenigen Distributionspunkten, einfachen Lieferketten oder Spezialsendungen, die direkte Routen erfordern, kann die Punkt-zu-Punkt-Verteilung eine einfachere Logistik und unter Umständen schnellere Direktlieferungen ohne Zwischenstation ermöglichen. Doch mit zunehmender Größe relativieren sich diese Vorteile schnell, sodass das Hub-and-Spoke-Modell für moderne Lieferketten meist die bevorzugte Wahl ist.

Praxisanwendungen in verschiedenen Branchen

Das Hub-and-Spoke-Distributionsmodell hat seine Wirksamkeit in vielen Branchen bewiesen, wobei jeweils der Kernansatz an die spezifischen betrieblichen Anforderungen angepasst wurde. In der Luftfahrtindustrie nutzen große Fluggesellschaften Hub-Flughäfen als Konsolidierungspunkte, an denen Passagiere und Fracht aus verschiedenen Ursprungstädten gesammelt, sortiert und zu unterschiedlichen Zielorten weitergeleitet werden. Diese Herangehensweise erlaubt es Fluglinien, effizienter zu operieren, als wenn sie Direktflüge zwischen jeder möglichen Städteverbindung anbieten würden. Ähnlich haben im Logistik- und E-Commerce-Bereich Unternehmen wie Amazon ihren Wettbewerbsvorteil auf ausgeklügelten Hub-and-Spoke-Netzwerken aufgebaut, indem sie regionale Fulfillment-Center strategisch im ganzen Land verteilen, um schnelle Lieferungen zu ermöglichen.

Auch die Einzelhandelsbranche setzt auf Hub-and-Spoke-Verteilung, um die Komplexität bei der Versorgung von Hunderten oder Tausenden Filialen zu beherrschen. Große Einzelhändler nutzen regionale Distributionszentren als Hubs, die Waren von verschiedenen Lieferanten und Herstellern aufnehmen und dann bedarfsgerecht an die einzelnen Filialen verteilen. Dieser zentrale Ansatz ermöglicht es, bessere Lieferantenbedingungen auszuhandeln, den Bestand straffer zu steuern und flexibel auf regionale Marktentwicklungen zu reagieren. Selbst kleinere Einzelhändler greifen zunehmend über Drittlogistiker auf Hub-and-Spoke-Prinzipien zurück und profitieren so von Effizienzvorteilen, die zuvor nur Großunternehmen vorbehalten waren.

Herausforderungen und wichtige Überlegungen

Trotz der erheblichen Vorteile des Hub-and-Spoke-Modells sollten Unternehmen die potenziellen Herausforderungen bei der Einführung kennen. Höhere Lagerhaltungskosten können entstehen, wenn Bestände zwischen mehreren Standorten rotieren oder Sicherheitsbestände sowohl im Hub als auch in den Spokes vorgehalten werden müssen. Zusätzlich erfordert die Komplexität der Koordination zwischen Hub und Spokes leistungsfähige Systeme, klare Kommunikationsprotokolle und qualifiziertes Personal für ein effektives Management. Manche Unternehmen erleben verzögerte Reaktionszeiten bei dringenden Kundenwünschen, wenn die Entfernung zwischen Hub und Spokes bei Notfallnachschub zu Verzögerungen führt.

Fragmentierte Kundenbetreuung kann auftreten, wenn unterschiedliche Regionen ihre Waren unterschiedlich schnell erhalten – etwa aufgrund variierender Entfernungen zum Hub oder unterschiedlicher Spoke-Effizienz. Unternehmen müssen daher standardisierte Prozesse und Leistungskennzahlen für alle Spoke-Standorte einführen, um einheitliche Kundenerlebnisse zu gewährleisten. Sind bestimmte Produkte nur an ausgewählten Spoke-Standorten verfügbar, können Kunden in anderen Regionen mit Nichtverfügbarkeit konfrontiert werden – dem gilt es mit einer sorgfältigen Bestandsallokation und Bedarfsprognose vorzubeugen.

Best Practices für die Umsetzung

Die erfolgreiche Einführung eines Hub-and-Spoke-Modells erfordert sorgfältige Planung und eine schrittweise Umsetzung. Unternehmen sollten mit regionalen Pilotprojekten beginnen und das Modell zunächst mit einem Hub und wenigen Spokes testen, bevor es flächendeckend ausgerollt wird. So lassen sich Prozesse validieren, Engpässe identifizieren und Abläufe optimieren, bevor größere Ressourcen gebunden werden. Echtzeit-Logistiktracking verschafft Transparenz über alle Hub-und-Spoke-Aktivitäten und ermöglicht frühzeitiges Erkennen von Problemen sowie datengestützte Optimierung. Die Abstimmung von Bestandsplanung und Fulfillment-Daten stellt sicher, dass Nachschubentscheidungen an den Spokes auf realen Nachfragemustern und nicht auf Annahmen basieren.

Die schrittweise Erweiterung des Netzwerks durch das Hinzufügen weiterer Spokes in Phasen steigert das Vertrauen in das Modell, bevor es voll skaliert wird. Der Aufbau starker Koordinationsprotokolle zwischen Hub- und Spoke-Teams sorgt dafür, dass alle nach denselben Standards arbeiten – mit klaren Prozessen, Berichtsstandards und Notfallplänen. Schließlich schafft die Investition in Technologie-Infrastruktur – darunter Warehouse-Management- (WMS), Inventory-Management- (IMS) und Transport-Management-Systeme (TMS) – die nötige Transparenz und Automatisierung für einen effizienten Hub-and-Spoke-Betrieb.

Fazit

Das Hub-and-Spoke-Vertriebsmodell steht für einen grundlegenden Wandel in der Logistik und im Lieferkettenmanagement moderner Unternehmen. Durch zentrale Bestandskonsolidierung und strategisch positionierte regionale Distributionspunkte lassen sich erhebliche Kosteneinsparungen, schnellere Lieferzeiten, verbesserte Bestandskontrolle und größere Skalierbarkeit erreichen. Zwar erfordert das Modell eine sorgfältige Einführung und fortlaufende Steuerung, doch die Vorteile für wachsende Unternehmen, Einzelhändler und Hersteller überwiegen die Herausforderungen deutlich. Angesichts der fortschreitenden Entwicklung des E-Commerce und der steigenden Kundenerwartungen an schnelle, zuverlässige Lieferungen ist das Hub-and-Spoke-Modell für Unternehmen, die im heutigen dynamischen Markt wettbewerbsfähig bleiben wollen, nicht mehr nur eine Option, sondern eine Notwendigkeit.

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