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Beeinflussen Lizenzverträge zwischen Verlagen und KI-Unternehmen, wer zitiert wird? Was passiert gerade?

DI
DigitalPub_Editor · Leiter:in Digitales Verlagswesen
· · 94 upvotes · 11 comments
DE
DigitalPub_Editor
Leiter:in Digitales Verlagswesen · 9. Januar 2026

Ich beobachte eine wachsende Kluft in der KI-Sichtbarkeit zwischen Verlagen, die Lizenzverträge mit KI-Unternehmen abgeschlossen haben, und solchen ohne solche Deals.

Was ich beobachte:

  • Große Verlage mit OpenAI-Deals werden durchweg zitiert
  • Kleinere Verlage (wie wir) tauchen viel seltener auf
  • Unsere Inhalte werden manchmal ohne Quellenangabe synthetisiert
  • Der Traffic von KI-Plattformen ist für uns minimal

Was ich verstehen möchte:

  1. Wie stark beeinflussen Lizenzverträge wirklich die Zitationen?
  2. Ist das Spielfeld jetzt zugunsten der großen Verlage verschoben?
  3. Welche Optionen haben kleinere Verlage?
  4. Sollten wir KI-Crawler als Verhandlungsmasse blockieren?

Erleben andere Verlage das gleiche?

11 comments

11 Kommentare

MJ
MediaAnalyst_James Experte Medienmarkt-Analyst · 9. Januar 2026

Das ist eine der bedeutendsten Veränderungen in der Verlagsökonomie seit Jahren. Hier, was die Daten zeigen:

Die Deal-Landschaft:

VerlagsebeneDeal-Statusjährlicher WertEinfluss auf Zitationen
Groß (News Corp, AP)Formelle Vereinbarungen50-100 Mio. $+Konsistent, hohe Sichtbarkeit
Groß (FT, Dotdash)Formelle Vereinbarungen5-16 Mio. $Starke Sichtbarkeit
MittelgroßTeilweise Deals, Verhandlungen1-5 Mio. $Variabel
Kleine VerlageKein formeller Zugang0 $Allenfalls inkonsistent

Wie Deals Zitationen beeinflussen:

  1. Training-Data-Integration – Lizenzierte Inhalte werden systematisch eingebunden
  2. Quellenangabe-Pflicht – Deals fordern oft korrekte Attribution
  3. Echtzeit-Zugriff – Manche Deals enthalten Live-Content-Zugriff
  4. Sichtbarkeits-Priorität – Lizenzierte Quellen werden bevorzugt

Die unbequeme Wahrheit:

Ja, das Spielfeld ist verschoben. Verlage mit Ressourcen für Verhandlungen haben Vorteile, die kleinere nicht erreichen können.

IS
IndiePublisher_Sarah · 9. Januar 2026

Perspektive eines kleinen Verlags:

Unsere Realität:

  • 50.000 monatliche Besucher:innen
  • Keine realistische Chance auf einen OpenAI-Deal
  • Unsere Inhalte tauchen gelegentlich in KI-Antworten auf
  • Wenn ja, bringt das kaum Traffic zurück

Was wir versucht haben:

  1. Einige KI-Crawler blockiert (hat unsere Sichtbarkeit weiter reduziert)
  2. Fokus auf eigene Forschung (hilft ein wenig)
  3. Teilnahme an Branchendiskussionen in Verbänden
  4. Akzeptiert, dass KI-Traffic für uns vielleicht nie relevant wird

Das Paradox:

Blockieren wir Crawler, sind wir unsichtbar. Lassen wir Crawling zu, trainieren unsere Inhalte KI-Modelle ohne Vergütung. Für kleine Verlage gibt es derzeit kein Gewinnszenario.

Mein Fazit:

Wir konzentrieren uns nun auf Communityaufbau, Newsletter-Abos und direkte Leserbeziehungen. Sichtbarkeit in KI ist ein Spiel, das wir nicht gewinnen können – also spielen wir ein anderes.

DE
DigitalPub_Editor OP · 8. Januar 2026
Replying to IndiePublisher_Sarah
Der Ansatz, ein “anderes Spiel” zu spielen, ist spannend. Aber was ist mit dem Traffic, den wir an KI-Zusammenfassungen verlieren? Gibt es irgendeine Möglichkeit, da mitzuhalten?
MJ
MediaAnalyst_James Experte · 8. Januar 2026
Replying to DigitalPub_Editor

Einige Strategien für Verlage ohne Deals:

1. Eigene Daten und Forschung KI-Systeme brauchen neue Datenquellen. Originelle Forschung, Umfragen und exklusive Daten sind wertvoll – auch ohne formellen Deal.

2. Nischen-Expertise Werdet DIE Instanz in Eurer Nische. KI-Systeme zitieren weiterhin autoritative Quellen, unabhängig von Lizenzen.

3. Kollektive Verhandlungen RSL (Real Simple Licensing) und ähnliche Initiativen versuchen, standardisierte Lizenzen für kleinere Verlage zu schaffen.

4. Cloudflare Pay Per Crawl Neue Infrastruktur, mit der Ihr Mikropayment-Raten für KI-Crawling festlegen könnt. Macht Euch nicht reich, aber sorgt für einen Ausgleich.

5. Überwachen und dokumentieren Mit Tools wie Am I Cited Eure Zitate verfolgen. Daten helfen bei Lobbyarbeit und ggf. rechtlichen Schritten.

Die Lage ist nicht hoffnungslos – aber sie erfordert strategische Anpassung.

LM
LegalPub_Mike Anwalt Verlagsbranche · 8. Januar 2026

Juristische Perspektive auf die Lizenzlandschaft:

Der Anthropic-Vergleich ist wichtig:

Ein 1,5-Milliarden-Dollar-Vergleich wegen unerlaubter Buchnutzung setzt einen Wert von ca. 3.000 $ pro Werk an. Das erhöht den juristischen Druck auf KI-Unternehmen, korrekt zu lizenzieren.

Laufende Klagen:

  • Encyclopedia Britannica vs. Perplexity
  • Penske Media vs. Google
  • Mehrere Sammelklagen von Autor:innen

Was das für Verlage bedeutet:

  1. Rechtsprechung für Vergütung baut sich auf
  2. KI-Unternehmen sind zunehmend motiviert, zu lizenzieren
  3. Kleinere Verlage könnten später von kollektivem Vorgehen profitieren

Mein Rat:

Dokumentieren Sie Ihre Inhaltsnutzung in KI-Systemen. Wenn Sie ohne Vergütung zitiert werden, kann diese Dokumentation in künftigen juristischen oder lizenzrechtlichen Gesprächen wertvoll sein.

Die Rechtslage entwickelt sich langsam zugunsten der Verlage.

TA
TechPublishing_Anna · 8. Januar 2026

Perspektive eines Fachverlags/Tech-Verlags:

Unser Nischenvorteil:

Wir berichten über eine spezialisierte B2B-Technologie-Nische. Auch ohne formelle KI-Deals werden wir regelmäßig zitiert, weil:

  1. Wir DIE Autorität in unserem Bereich sind
  2. Unsere Forschung ist einzigartig
  3. Es gibt kaum Konkurrenz
  4. Technische Präzision ist in unserem Feld entscheidend

Was das bedeutet:

Der “Vorteil der großen Verlage” gilt für den allgemeinen Nachrichtenbereich, aber Nischenverlage mit echter Expertise können weiterhin durch Autorität punkten.

Unser Ansatz:

  • Mehr eigene Forschung anstoßen
  • Branchennews als Erste veröffentlichen
  • Technische Genauigkeit sicherstellen
  • Expert:innen als Autor:innen aufbauen

Die Erkenntnis:

Expertise und Einzigartigkeit können fehlende Lizenzdeals in Spezialbereichen aufwiegen.

NK
NewsBlocker_Kevin · 7. Januar 2026

Perspektive zum Blockieren von KI-Crawlern:

Der Blockier-Trend:

  • 32 % der Top-50-US-Newsseiten blockieren OpenAIs Such-Crawler
  • 40 % blockieren OpenAIs Trainings-Crawler
  • 56 % blockieren Perplexity
  • 60 % blockieren Anthropic-Crawler

Warum Verlage blockieren:

  1. Hebel für Lizenzverhandlungen
  2. Nutzung ohne Vergütung verhindern
  3. Protest gegen aktuelle Branchendynamiken
  4. Kontrolle über eigene Inhalte behalten

Das Problem:

Blockieren reduziert die KI-Sichtbarkeit auf null. Sie sind unsichtbar in KI-Suchen, was für Auffindbarkeit immer wichtiger wird.

Strategisches Blockieren:

Manche Verlage blockieren Trainings-Crawler, erlauben aber Such-Crawler. Damit wird das Training verhindert, aber ein wenig Sichtbarkeit bleibt.

Mein Fazit: Blockieren ist ein taktisches Mittel, keine langfristige Strategie. Am Ende braucht man Sichtbarkeit.

DE
DigitalPub_Editor OP · 7. Januar 2026

Zusammenfassung der Diskussion – mein aktuelles Fazit:

Die Realität:

  • Lizenzdeals verschaffen Vorteile
  • Das Spielfeld ist zugunsten großer Verlage verschoben
  • Die Rechtslage entwickelt sich langsam
  • Es gibt keine perfekte Lösung für kleine Verlage

Unsere Strategie:

1. Fokus auf Nischenautorität

  • Stärken, was uns einzigartig macht
  • Eigene Forschung und Daten
  • Entwicklung von Experten-Autor:innen

2. Community-First-Ansatz

  • Newsletter-Abos
  • Direkte Leserbeziehungen
  • Weniger Abhängigkeit von Discovery-Plattformen

3. Überwachen und dokumentieren

  • Unsere KI-Zitate mit Am I Cited verfolgen
  • Dokumentation für künftige Gespräche aufbauen
  • Unsere aktuelle Sichtbarkeit verstehen

4. Branchenbeteiligung

  • Kollektive Verhandlungen unterstützen
  • Initiativen wie RSL fördern
  • Für faire Vergütung eintreten

Perspektivwechsel:

Wir können News Corp nicht überbieten. Aber wir können sie in unserem Spezialbereich übertreffen – durch Spezialisierung, Community und Fokussierung.

Danke für die offene Diskussion.

FL
FutureMedia_Lisa · 7. Januar 2026

Ein Blick in die Zukunft der Verlags-KI-Beziehung:

Neue Lösungen im Entstehen:

  1. Cloudflare Pay Per Crawl – Mikropayments für KI-Zugriffe
  2. RSL (Real Simple Licensing) – Standardisiertes Lizenzprotokoll
  3. Microsoft Publisher Marketplace – Zweiseitiger Content-Marktplatz

Die Entwicklung:

KI-Unternehmen stehen zunehmend unter Druck, Verlage fair zu vergüten. Rechtliche Präzedenzfälle entstehen. Branchenlösungen kommen auf.

Prognose:

In 18-24 Monaten werden wir mehr standardisierte Lizenzrahmen sehen, die auch kleinen Verlagen Zugang zu Vergütung ermöglichen.

Bis dahin:

Direkte Leserbeziehungen aufbauen. KI-Discovery ist nur ein Kanal von vielen. Wer früher zu abhängig von Plattformen war, macht mit KI denselben Fehler.

DT
DataPublisher_Tom · 6. Januar 2026

Perspektive Datenjournalismus:

Unsere Inhalte werden häufiger zitiert, obwohl wir keine Deals haben.

Warum? Wir erstellen originelle Daten, die KI-Systeme sonst nicht bekommen:

  • Eigene Datensätze
  • Eigene Umfragen und Forschung
  • Einzigartige Analysen und Visualisierungen
  • Erste Veröffentlichung von Ergebnissen

Die Lehre:

KI-Systeme brauchen neue, originelle Daten. Wer sie liefert, ist unabhängig vom Lizenzstatus wertvoll.

Praktische Anwendung:

Egal in welcher Nische:

  • Führt eigene Umfragen durch
  • Erstellt eigene Datensätze
  • Veröffentlicht einzigartige Analysen
  • Seid die Ersten mit datengestützten Stories

So bleibt Ihr zitierwürdig – auch ohne Lizenzdeals.

RR
RevenueOps_Rachel · 6. Januar 2026

Perspektive auf KI-Traffic und Umsatz:

Selbst mit Zitierung ist die Ökonomie schwierig.

Studien zeigen: 93 % der KI-Modus-Suchen enden ohne Klick. Verlage, die in KI-Antworten zitiert werden, bekommen zwar Attribution, aber kaum Traffic.

Die Rechnung:

Selbst Verlage mit 50-Millionen-Dollar-Deals verlieren durch KI-Zusammenfassungen mehr Traffic-Wert, als sie einnehmen.

Was das bedeutet:

Lizenzdeals sind ein Ausgleich für Traffic-Verlust, kein Wachstumstreiber.

Die strategische Frage:

Lohnt sich KI-Sichtbarkeit, wenn sie keinen Traffic bringt? Es hängt ab von:

  • Markenbekanntheit
  • Autoritätspositionierung
  • Erwartung der Zielgruppe

Manche Verlage entscheiden, dass die KI-Sichtbarkeit den Aufwand nicht wert ist.

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Frequently Asked Questions

Wie beeinflussen Verlagsdeals KI-Zitationen?
Verlage mit formellen Lizenzvereinbarungen erhalten in der Regel konsistentere Zitate und bessere Quellenangaben. Große Deals wie der 250-Millionen-Dollar-Vertrag von News Corp mit OpenAI sorgen für systematische Inhaltsintegration. Verlage ohne Deals erleben inkonsistente Zitationen und potenzielles Content Scraping ohne Vergütung.
Wie sehen die finanziellen Konditionen großer Verlags-KI-Deals aus?
Die Deal-Werte variieren stark: Der OpenAI-Deal von News Corp beträgt 250 Mio. $ über 5 Jahre (50 Mio. $ jährlich), die Financial Times erhält 5-10 Mio. $ pro Jahr und Dotdash Meredith sicherte sich über 16 Mio. $. Mittelgroße Verlage verhandeln meist 1-5 Mio. $ jährlich. Die meisten kleinen Verlage haben keinen Zugang zu Lizenzverträgen.
Sollten Verlage KI-Crawler blockieren, wenn sie keine Deals haben?
Das hängt von der Strategie ab. 32-60 % der führenden Verlage blockieren verschiedene KI-Crawler als Hebel für Verhandlungen. Das Blockieren reduziert die Sichtbarkeit in KI, kann aber Lizenzgespräche fördern. Einige Verlage setzen auf selektives Blockieren und führen parallel Verhandlungen.
Wie unterscheiden sich Zitiermuster bei lizenzierten und unlizenzierten Inhalten?
Lizenzierte Verlage erhalten konsistentere Zitate mit korrekter Quellenangabe. Unlizenzierte Inhalte werden oft über syndizierte Versionen statt aus der Originalquelle zitiert. KI-Systeme können Informationen ohne Quellenangabe synthetisieren, wenn Lizenzverträge dies nicht vorschreiben.

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