Discussion Advertising AI Business Models

Wie wird Werbung in der KI-Suche funktionieren? Wenn ChatGPT direkt antwortet, wo erscheinen dann die Anzeigen?

DI
DigitalAds_Director · Leiter bezahlte Medien
· · 91 upvotes · 10 comments
DD
DigitalAds_Director
Leiter bezahlte Medien · 6. Januar 2026

Die Frage, die unser Team nachts beschäftigt:

Das Problem:

Googles Geschäftsmodell: Nutzer sucht -> Google zeigt Anzeigen -> Nutzer klickt -> Google wird bezahlt

KI-Modell: Nutzer fragt -> KI gibt Antwort -> Nutzer ist zufrieden -> Wo ist die Anzeige?

Was ich verstehen möchte:

  1. Wie werden ChatGPT/Perplexity tatsächlich Geld im großen Maßstab verdienen?
  2. Wie wird KI-Werbung aussehen?
  3. Sollten wir uns auf KI-Anzeigenplatzierungen vorbereiten?
  4. Verändert das den Wert organischer KI-Sichtbarkeit?

Wir geben Millionen für Google Ads aus. Wenn die KI-Suche wächst, wohin geht dann dieses Budget?

Suche nach fundierten Spekulationen von Menschen, die sich intensiv mit diesem Thema beschäftigt haben.

10 comments

10 Kommentare

AA
AdTech_Analyst Experte Analyst für Werbetechnologie · 6. Januar 2026

Das ist DIE Geschäftsmodell-Frage für die KI-Suche. Lassen Sie mich zusammenfassen, was wir wissen:

Aktuelle Monetarisierungsansätze:

PlattformAktuelles ModellWerbestrategie
ChatGPTAbonnement (Plus/Team/Enterprise)Testphase, noch keine öffentlichen Anzeigen
PerplexityAbonnement + frühe WerbetestsGesponserte Fragen, Markenplatzierungen
Google KI-ÜberblickeIntegriert mit Google AdsAnpassung der bestehenden Werbeplattform
Microsoft CopilotIm M365-PaketLeichte Werbeintegration

Das wirtschaftliche Problem:

KI-Suche ist teuer im Betrieb:

  • Jede Anfrage kostet 4-5x mehr Rechenleistung als traditionelle Suche
  • Kein sofortiger Klick für traditionelle Anzeigen
  • Nutzerzufriedenheit entsteht dadurch, NICHT wegzuklicken

Neue Werbeformate:

  1. Gesponserte Folgefragen – „Möchten Sie mehr über [Marke] erfahren?“
  2. Hervorgehobene Zitate – Marken zahlen für Nennungen in Antworten
  3. Kontextuelle Platzierungen nach der Antwort – Anzeigen nach Abschluss der KI-Antwort
  4. Werbefreies Abo – Nutzer zahlen, um Werbung zu vermeiden

Das Dilemma:

Der Wert der KI liegt in reibungslosen Antworten. Werbung erzeugt Reibung. Wie kann man monetarisieren, ohne das Produkt zu zerstören?

DD
DigitalAds_Director OP · 6. Januar 2026
Replying to AdTech_Analyst
Wenn KI-Anzeigen teurer im Ausspielen sind, heißt das, dass KI-Werbung auch für Werbetreibende teurer wird?
AA
AdTech_Analyst Experte · 6. Januar 2026
Replying to DigitalAds_Director

Ziemlich sicher ja, zumindest anfangs.

Die Kostenstruktur:

Google-Suchanzeigen-Kosten: ~1–3 $ CPM-äquivalent für die Rechenleistung KI-Anfrage-Kosten: ~5–15 $ pro 1.000 Anfragen nur für Rechenleistung

Jemand muss diesen Unterschied bezahlen.

Wahrscheinliche Implikationen:

  1. Höhere CPCs/CPMs – KI-Anzeigenplätze werden Premium-Preise haben
  2. Selektivere Zielgruppenansprache – Nur hochwertige, wertvolle Anfragen werden monetarisiert
  3. Qualitätsanforderungen – Plattformen werden wählerischer, welche Anzeigen sie zeigen
  4. Performance-Druck – Die ROI-Prüfung wird intensiv sein

Die Chance:

Wenn KI-Anzeigen teuer und limitiert sind, wird ORGANISCHE KI-Sichtbarkeit verhältnismäßig wertvoller.

In KI-Antworten genannt zu werden (kostenlos) versus für KI-Anzeigenplatzierung zu zahlen (teuer) macht einen erheblichen wirtschaftlichen Unterschied.

Strategische Implikation:

Jetzt in organische KI-Sichtbarkeit investieren. Wenn KI-Werbung ausgereift ist und die Kosten klar werden, werden Sie froh sein, eine organische Präsenz aufgebaut zu haben.

ME
MediaBuyer_Expert Senior Media Buyer · 6. Januar 2026

Media-Buyer-Perspektive zur Vorbereitung auf KI-Anzeigen:

Das mache ich derzeit:

  1. KI-Werbeankündigungen beobachten – Verfolge Perplexity, OpenAI und Google KI-Produktneuigkeiten

  2. Testen, wo möglich – Perplexity hat erste Werbeprogramme; wir sind im Beta-Test

  3. Budget-Szenarien planen – Durchspielen, was passiert, wenn wir 10/20/30% des Suchbudgets auf KI verschieben

  4. Organische KI-Investitionen – Jetzt zitierfähige Inhalte aufbauen

Frühe Erkenntnisse aus Perplexity-Werbetests:

  • Gesponserte Fragen wirken natürlich, aber begrenztes Inventar
  • Klickraten-Äquivalente sind bisher 2–3x so hoch wie bei Google
  • Conversion-Tracking ist noch unreif
  • Ergebnisse sind vielversprechend, aber im kleinen Maßstab

Meine Prognose:

KI-Werbung wird in 2–3 Jahren ausgereift sein. Frühe Anwender lernen, aber Skalierung kommt nicht sofort.

Budget-Empfehlung:

Für 2026: 95% traditionell, 5% KI-Experimente Für 2027: 85% traditionell, 15% KI (je nach Ergebnis anpassen) Danach: Rebalancieren, wenn der Markt reift

Kein Budget verschieben, bevor es Inventar zu kaufen gibt.

BV
BrandMarketer_View · 5. Januar 2026

Markenmarketing-Perspektive:

Das Rebalancing zwischen organisch und bezahlt:

In der traditionellen Suche: Bezahlte Anzeigen dominieren bei Überlegungs-Suchanfragen. SEO fängt Informationsanfragen ab.

In der KI-Suche: Alles sind organische Antworten. Bezahlte Werbung ist bislang nachrangig.

Bedeutung für die Markenstrategie:

Wenn die KI-Suche wächst und Werbung limitiert ist, wird organische Sichtbarkeit zum Haupttreiber.

Von der KI EMPFOHLEN zu werden ist potenziell wertvoller, als eine Anzeige neben der Empfehlung zu kaufen.

Der Vertrauensunterschied:

Google-Anzeige: „Dies ist eine bezahlte Platzierung“ (Nutzer wissen das) KI-Zitat: „Das hält die KI für das Beste“ (wird als neutral wahrgenommen)

KI-Empfehlungen haben einen impliziten Empfehlungscharakter. Bezahlte Platzierungen werden dieses Vertrauen nicht haben.

Strategische Verschiebung:

Wir verlagern Budget von bezahlten Überlegungskampagnen zu:

  • Inhalten, die KI-Zitate verdienen
  • Dritter Präsenzaufbau
  • Markenbekanntheit, die KI-Training beeinflusst

Das Ziel: Von der KI empfohlen werden, nicht von der KI beworben werden.

SR
StartupAds_Reality · 5. Januar 2026

Startup-Perspektive auf KI-Werbung:

Unsere Herausforderung:

Gegen große Marken bei Google Ads können wir nicht konkurrieren (zu teuer).

KI-Suche schien zunächst ein fairer Wettbewerb – die beste Antwort gewinnt, nicht das größte Budget.

Unsere Sorge:

Wenn sich KI-Werbung entwickelt, werden wir wieder verdrängt?

Große Marke mit KI-Werbebudget > Kleine Marke mit tollem Inhalt?

Unser Vorgehen:

Wir bauen JETZT organische KI-Sichtbarkeit auf, bevor Werbung ausgereift ist.

Wenn wir jetzt starke Zitationsmuster aufbauen, haben wir eine Basis, die nicht vom Werbebudget abhängt.

Das Zeitfenster:

2024–2026 könnte das goldene Zeitfenster für organische KI-Sichtbarkeit sein, bevor Bezahloptionen dominieren.

Ähnlich wie frühes SEO, bevor bezahlte Suche essenziell wurde.

Start-ups sollten dieses Zeitfenster nutzen.

G
GoogleWatcher Branchenanalyst · 5. Januar 2026

Googles strategische Position:

Google kann Werbung nicht aufgeben:

  • Über 200 Mrd. $ jährlicher Werbeumsatz
  • Über 80% des Unternehmensumsatzes
  • Das gesamte Geschäftsmodell hängt davon ab

Googles wahrscheinlicher KI-Werbeansatz:

  1. KI-Überblicke mit bestehenden Anzeigen verbinden – Passiert bereits
  2. Traditionelle Ergebnisse unterhalb der KI belassen – Nutzer können weiterhin klicken
  3. KI-native Werbeformate entwickeln – Gesponserte KI-Vorschläge
  4. Premium-KI-Anzeigenplätze – Höhere Preise, begrenztes Inventar

Googles Vorteil:

Google hat bereits:

  • Werbekundenbeziehungen
  • Werbeinfrastruktur
  • Targeting-Daten
  • Messsysteme

Sie werden KI-Werbung schneller anpassen als Startups, die bei null anfangen.

Implikation:

Google-KI-Werbung wird wahrscheinlich zunächst die größte KI-Werbeplattform sein. Wer sich auf KI-Werbung vorbereitet, sollte mit Googles sich entwickelnden Produkten beginnen.

P
PredictionsExpert Experte · 5. Januar 2026

Meine Prognosen zur Entwicklung von KI-Werbung:

2026:

  • Experimentelle Werbeformate auf allen Plattformen
  • Begrenztes Inventar, hohe Preise
  • Organische Zitate weiterhin dominant für Sichtbarkeit

2027:

  • Perplexity und ChatGPT starten richtige Werbeprodukte
  • Google-KI-Anzeigen werden ausgefeilter
  • 10–15% der KI-Anfragen enthalten Werbeelemente

2028–2030:

  • KI-Werbung erreicht ähnliche Reife wie Suchmaschinenanzeigen
  • Bietsysteme, Targeting, Messung voll entwickelt
  • 30–40% der KI-Anfragen werden monetarisiert

Die Konstante:

Organische KI-Sichtbarkeit wird immer wertvoll bleiben. Auch wenn Werbung allgegenwärtig wird:

  • Nutzer unterscheiden zwischen organisch und bezahlt
  • Organische Zitate genießen Vertrauensvorteil
  • Kosten für organische Konkurrenz bleiben geringer

Mein Ratschlag:

Jetzt organische KI-Präsenz aufbauen. Später, wenn die Werbung reift, ergänzen. Die organische Basis macht auch bezahlte Maßnahmen effektiver.

DD
DigitalAds_Director OP Leiter bezahlte Medien · 4. Januar 2026

Diese Diskussion hat mir geholfen, unsere Strategie zu überdenken.

Wesentliche Erkenntnisse:

  1. KI-Werbung kommt, ist aber noch unreif – Perplexity testet, Google passt an, ChatGPT unklar

  2. Höhere Kosten zu erwarten – KI-Rechenkosten bedeuten Premiumpreise für Anzeigen

  3. Organischer Wert steigt – Wenn Anzeigen teuer und limitiert sind, sind organische Zitate Gold wert

  4. Zeitfenster – 2024–2026 ist die Zeit, um organische Präsenz aufzubauen, bevor Werbung dominiert

  5. Google wird führen – Ihre Werbeinfrastruktur verschafft ihnen einen Vorteil bei der Entwicklung von KI-Anzeigen

Unsere Strategie:

Kurzfristig (2026):

  • 95% des Budgets bleiben bei traditionellen Suchanzeigen
  • 5% experimentelle KI-Werbung, wo verfügbar
  • Deutliche Investitionen in organische KI-Sichtbarkeit

Mittelfristig (2027–2028):

  • Rebalancieren, sobald KI-Werbeinventar verfügbar wird
  • ROI von KI-Anzeigen vs. traditionell bewerten
  • Organische KI-Präsenz als Basis erhalten

Langfristige Sicht:

Organische KI-Sichtbarkeit ist das Äquivalent zur Domain Authority im traditionellen SEO. Wer sie jetzt aufbaut, schafft nachhaltige Vorteile.

Bezahlte KI-Werbung wird eine Ergänzung, kein Ersatz für organische Präsenz sein.

Danke an alle für die durchdachten Perspektiven.

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Frequently Asked Questions

Werden KI-Suchplattformen Werbung haben?
Ja. Perplexity hat bereits gesponserte Fragen und Antworten getestet. Microsofts Copilot enthält einige Werbeelemente. Google KI-Überblicke sind mit bestehenden Google Ads integriert. Die Monetarisierungsstrategie von ChatGPT entwickelt sich noch, aber Werbung wird erwartet.
Wie werden KI-Suchanzeigen funktionieren?
Neue Formate sind u. a.: gesponserte Folgefragen, hervorgehobene Marken-Nennungen in Antworten, kontextuelle Platzierungen nach KI-Antworten, gesponserte Quellenangaben und abonnementbasierte werbefreie Erlebnisse. Die Formate sind noch experimentell.
Wird KI-Werbung traditionelle Suchanzeigen ersetzen?
KI-Suchanzeigen werden anfangs traditionelle Suchmaschinenwerbung ergänzen, nicht ersetzen. Das Werbegeschäft von Google ist zu wertvoll, um es aufzugeben. Die Herausforderung besteht darin, KI-Anzeigen effektiv zu machen, ohne das Nutzererlebnis zu verschlechtern.
Was bedeutet das für Marketer?
Marketer sollten sich auf KI-Werbung vorbereiten und gleichzeitig stark in organische KI-Sichtbarkeit investieren. Erste Daten deuten darauf hin, dass KI-Anzeigen teurer sein könnten (höhere Rechenkosten) und organische Erwähnungen in KI mit der Entwicklung von Werbeoptionen noch wertvoller werden.

Überwachen Sie Ihre Marke in KI-Antworten

Während sich Werbung in der KI-Suche weiterentwickelt, wird organische Sichtbarkeit noch wertvoller. Verfolgen Sie, wann Ihre Marke auf KI-Plattformen erwähnt wird.

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